Welt : Matthies meint: Jenny bleibt Jenny (Glosse)

Die Frau an sich erfreut sich heute bei uns allgemeiner Wertschätzung: Alle finden sie supersüß. Kaum hat sie ihr erstes eigenes Konto eröffnet, darf sie sich Powerfrau nennen. Ist ihr erster Kerl rausgeflogen, heißen wir sie Superweib. Eine weitere Steigerung im Hera-Lind-mäßigen Sinn schiene kaum noch denkbar, gäbe es nicht Jenny Elvers. Dieser Titel wird stets jener Frau verliehen, die geistige Schlichtheit mit höchstem Bekanntheitsgrad am besten verbindet; gegenwärtige Titelträgerin ist eine 27-jährige ehemalige Heidekönigin aus Amelinghausen, deren Zerwürfnis mit Heiner Lauterbach wg. Big-Brother-Alex gerade unzähligen Zeitungen durchs Sommerloch geholfen hat. Die Quittung: 51 Prozent der Nutzer des Online-Magazins "Flirtmaschine.de" halten sie für die "typische Dumpfbacken-Blondine". Titel verteidigt! Vor allem gegen Verona Feldbusch, die nach ihrem Expo-Treffen mit Peter Ustinov ("Verona, mein Herz!") in Intelligenz-Verdacht geriet und weit zurückgefallen ist. Doch reicht das auf Dauer? Sicher ist sicher. Deshalb bildet der "Stern" die wahre Jenny jetzt ab, wie sie mit Prolo-Pudelmütze und gelockertem Slip auf dem Klo sitzt und in genau jener Ausgabe der Bild-Zeitung blättert, die in roten Riesenlettern die Concorde-Katastrophe verkündet. "Das Geschmackloseste auf der Welt", schäumt die BZ, nicht zu Unrecht - das Concorde-Inferno auf der Kloschüssel ist so bescheuert, dass es schon wieder intelligent wirkt. Titel in Gefahr? Ach was. Unsere gegenwärtige Jenny Elvers kann vermutlich einfach nicht lesen.

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