Max von Sydow : Der Mann, der niemals nie sagt

Ob John Huston, Sydney Pollack, David Lynch, Woody Allen, Wim Wenders, Steven Spielberg oder zuletzt Martin Scorsese, sie alle wollten ihn haben: Max von Sydow. Am Freitag feiert er seinen 80. Geburtstag.

André Weikard
Sydow
Max von Sydow -Foto: dpa

Entdeckt hat den hageren Hünen aus dem südschwedischen Universitätsstädtchen Lund  Landsmann und Regielegende Ingmar Bergman. Der fand in seinem undurchdringlich düsteren Auftritt, in der hohen, abweisenden Denkerstirn und den kantig groben Zügen von Sydows den idealen Werkstoff. Schon bei ihrer ersten filmischen Zusammenarbeit in „Das siebente Siegel“ formt Bergman mit der Figur des Kreuzritters Antonius Block einen Prototyp des gequälten Sinnsuchers. Die Szene, in der ein weißblonder von Sydow als desillusionierter Glaubenskrieger dem schwarz gekleideten Tod beim Schachspiel gegenübersitzt, gehört zu den Wegmarken der Filmgeschichte. Da macht es dann auch nichts, wenn von Sydow nach eigener Ansicht noch wie ein Bühnenschauspieler deklamiert, das Medium Kino noch gar nicht recht verstanden haben will – und keine Ahnung vom Schachspiel hat.

Nach und nach emanzipiert sich der Pädagogensohn von der Bergman-Entourage und seinem Rollenprofil. 1965 nimmt der Agnostiker an der Mitte der gedeckten Abendmahlstafel in Hollywood Platz und spielt im Monumentalfilm „Die größte Geschichte aller Zeiten“ den Sohn Gottes, nur um 1993 endgültig die Seiten zu wechseln und in der Stephen-King-Verfilmung „In einer kleinen Stadt“ den Teufel zu geben. Dazwischen ist er zwei Mal Exorzist.

An 137 Filmen hat er beiderseits des Atlantiks bislang mitgewirkt und gibt sich noch kein bisschen altersmüde. Solange ihm noch annehmbare Rollen angeboten würden, wolle er spielen, lässt der Schauspielveteran verlauten. Was das aber ist, eine annehmbare Rolle, unterliegt bei von Sydow recht eigenen Maßstäben. So sagt er Nein zur Titelrolle des „Dr.No“, spielt dann gut zwanzig Jahre später aber doch noch den Gegenpart von Sean Connery in einem James- Bond-Film. Der Titel: „Sag niemals nie“.

Übergelaufen ist der schwedische Weltstar auch im Hinblick auf seine Staatsangehörigkeit. Wegen seiner zweiten Frau Catherine Brelet wurde der Mann, der gern in so unterschiedliche Rollen schlüpft, 2002 zum Franzosen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben