Medien : Stasi soll Bednarz ausspioniert haben

Die Stasi hat den WDR-Journalisten Klaus Bednarz offenbar jahrelang über eine gute Bekannte ausspionieren lassen. Einem Medienbericht zufolge benutzte die DDR-Staatssicherheit dazu eine Leipziger Russisch-Lehrerin.

Hamburg - Bednarz habe die Russisch-Lehrerin Renate E. in den 1970er Jahren kennen gelernt, berichtet das Hamburger Magazin "Stern". Sie traf den heute 64-jährigen Bednarz demnach sowohl während dessen Korrespondentenzeit in Russlands Hauptstadt Moskau als auch später in Köln. "Sie war auf mich angesetzt", bestätigte der ehemalige "Monitor"-Moderator dem Magazin. Aussagen, wonach Renate E. für die Stasi eine enge persönliche Beziehung zu Bednarz suchen sollte, wies dieser aber als "Quatsch" zurück.

Die Leipzigerin sei lediglich die Schwägerin eines guten Freundes gewesen, der in der Nähe von Köln lebe, zitierte der "Stern" den Journalisten. Er habe Renate E. "null von irgendwelcher Relevanz" erzählt, betonte Bednarz. Der WDR-Journalist erfuhr dem Bericht zufolge von seiner Bespitzelung bereits Mitte der 1990er Jahre. Beamte des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes hatten sich demnach nach dem Mauerfall mit Bednarz getroffen und ihm aus der Akte vorgelesen. Verantwortlich für die Operation der Staatssicherheit war laut dem Magazin der ehemalige Leipziger Stasi-Major Joachim Bachmann.

Auch BND an Informationen über Bednarz interessiert?

Laut "Stern" soll nach Aussagen des Leipzigers Uwe Müller, der bis Ende 2005 im Auftrag des Bundesnachrichtendienstes (BND) Journalisten bespitzelt habe, auch dessen BND-Verbindungsführer an Erkenntnissen über Bednarz interessiert gewesen sein. Müller selbst will demnach laut einer Eidesstattlichen Versicherung von Bachmann stammende Informationen des sowjetischen KGB über Bednarz an einen BND-Mitarbeiter weiter gegeben haben. Ein BND-Sprecher bezeichnete diese Darstellung auf Anfrage des Magazins als "schlicht falsch". Bednarz sei "zu keinem Zeitpunkt" Thema von Gesprächen zwischen BND-Mitarbeitern und Müller gewesen. (tso/dpa/AFP)

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