Medienkampagne : Das Land den Kindern und Familien

Der Slogan ist zu einer Marke geworden. Bundeskanzlerin Angela Merkel zieht eine positive Bilanz der Medienkampagne "Du bist Deutschland".

Mirja Brücker

BerlinDer zweite Teil der Kampagne „Du bist Deutschland“ für eine kinderfreundliche Bundesrepublik ist nach Angaben der Organisatoren erfolgreich zu Ende gegangen. Die Aktion hat nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „Millionen Menschen erreicht und berührt“. Allerdings sei in Zukunft nicht nur der Staat gefordert, „dass wir in Deutschland noch stärker eine Kultur der Familienorientierung und der Kinderfreundlichkeit erhalten“, sagte Merkel anlässlich der Abschlussveranstaltung der Medienkampagne am Donnerstag in Berlin. Alle könnten einen Beitrag dazu leisten. Die Medienunternehmen hätten hierbei mit „Du bist Deutschland“ einen wichtigen Schritt getan. „Kinder sind unsere Zukunft“, hob Merkel hervor. Auch von Familienministerin Ursula von der Leyen (CUD) gab es Lob: „Du bist Deutschland“ habe einen „wichtigen Beitrag“ für ein kinderfreundliches Land geleistet, sagte sie. Politik schaffe dafür die Rahmenbedingungen, sagte Leyen. „Aber unser Land wird nur dann Erfolg haben, wenn jeder Einzelne sich immer wieder fragt, was er für ein kinderfreundliches Land tun kann.“

Die Kampagne der deutschen Medienwirtschaft war 2005 gestartet worden, um die Einstellung der Bürger zu Kindern in Deutschland zu verbessern. Zuletzt hatten Fernsehspots, Plakate und Anzeigen in Printmedien zu mehr Kinderfreundlichkeit aufgerufen – mit Slogans wie „Du stinkst – uns nicht“ oder „Du machst uns wahnsinnig – vor Glück“. Ein Kino-Spot sowie eine interaktive Website ergänzten die Aktion. In einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK habe die große Mehrheit (71 Prozent) die Kampagne positiv bewertet, teilten die Macher zum Abschluss mit.

„Du bist Deutschland“ ist zu einer Marke geworden“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der bei der Kampagne federführenden Bertelsmann AG, Gunter Thielen, der sich über den Schulterschluss der deutschen Medienhäuser freute. „Bei den wichtigen Themen dieses Landes müssen alle an einem Strang ziehen – auch die Wirtschaft. Wir haben es geschafft, dass sich viele Menschen mit ihrere Einstellung gegenüber Kindern auseinandergesetzt haben“, sagte Thielen. „Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst.“ Bernd Kundrun, Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr, erklärte, es sei bei der Aktion nicht nur darum gegangen, die Geburtenrate zu erhöhen. Vielmehr wollte man die Einstellung der Menschen gegenüber Kindern positiv beeinflussen. „Kinder werden in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt“, kritisierte Kundrun.

„Du bist Deutschland“ ist eine überparteilich, politisch unabhängige Kampagne und verfolgt nach Angaben der Organisatoren keine kommerziellen Ziele. Getragen wurden die Aktionen von rund 30 führenden Medienunternehmen, koordiniert von Bertelsmann und Gruner + Jahr. Möglicherweise werde es in Zukunft weitere derartige Kampagnen geben, sagte Kundrun. 

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