Medienpreis : Bambi-Star Tom Cruise

Bambi am Rhein: Vor einer Rekordzahl von 1300 prominenten Gästen ist der älteste deutsche Medienpreis verliehen worden. Tom Cruise erntete für die Stauffenberg-Verfilmung einen Preis - aber auch Kritik.

bambi
Bambi-Verleihung 2007: US-Schauspieler Tom Cruise erntet für die Stauffenberg-Verfilmung einen Preis - aber auch Kritik.Foto: dpa

DüsseldorfDer 45-jährige Cruise erhielt den Preis in der Kategorie "Mut", weil er den Hitler-Attentäter Stauffenberg spielt. Es sei "ein Privileg, den größten deutschen Widerstandskämpfer zu spielen. Wenn wir seine Geschichte nicht weitererzählen würden, wäre etwas verloren", sagte Cruise. Die Ehrung stieß allerdings auch auf Kritik: "Einen Film zu drehen, dafür 50 Millionen Dollar zu bekommen - ich finde, da gibt es Mutigeres", sagte Schauspieler Heiner Lauterbach (54).

Sophia Loren (73) wurde für ihr Lebenswerk geehrt. "Ich glaube, das ist jetzt der Neunte. Langsam wird es eine sehr große Herde", sagte die Filmdiva über ihre Bambi-Sammlung. "Er ist wunderschön und glänzt. Ich trage ihn immer in meinem Herzen."

Die goldenen Kitze gingen außerdem an Armin Mueller-Stahl (76), Katja Riemann (44), Matthias Schweighöfer (26), den Komiker Hape Kerkeling (42), Königin Rania von Jordanien (37) und den Boxer Henry Maske (43). Einen Überraschungs-Bambi erhielt Schauspieler Johannes Heesters wenige Tage vor seinem 104. Geburtstag. "Dass ich heute Abend hier bin, ist für mich ein Rätsel geworden", sagte Heesters vor dem illustren Publikum. "Er ist fit wie ein Turnschuh", meinte Burda- Redaktionsdirektorin Patricia Riekel.

"Diesmal keine Radfahrer"

Durch den Abend führte zum zweiten Mal in Folge Harald Schmidt. Er begrüßte die Gäste in der "Partystadt Düsseldorf" und kündigte in Anspielung auf die Dopingskandale bei der Tour de France an: "Diesmal keine Radfahrer unter den Preisträgern." Auch Boris Becker, der per SMS mit seiner Freundin Schluss gemacht haben soll, sowie die streikenden Lokführer wurden Zielscheibe seines Spotts.

Königin Rania von Jordanien wurde für ihr Engagement für die Gleichberechtigung der Frau und gegen Kindesmissbrauch mit einem Ehren-Bambi ausgezeichnet. Die Laudatio auf sie hielt der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. "Sie ist mit ihrem humanitären Engagement zur Brückenbauerin für den gesamten arabischen Raum geworden", sagte der Politiker.

Eva Longoria aus "Desperate Housewives" bekam den Bambi in der Kategorie "TV-Serie International". "Ich bin das erste Mal in Deutschland, und ich kann mir keinen schöneren Grund vorstellen", sagte sie.

"Flucht" TV-Ereignis des Jahres

Den Bambi-Publikumspreis gewann die ARD-Produktion "Die Flucht". 43 Prozent der per Telefon abstimmenden Zuschauer wählten den Film zum TV-Ereignis des Jahres 2007. In der Hauptrolle war die Ehefrau von Verleger und Bambi-Gastgeber Hubert Burda, Maria Furtwängler, zu sehen. Der Zweiteiler hatte die Vertreibung aus Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkriegs zum Thema.

Einen Sonderpreis gab es für den ARD-Zweiteiler "Eine einzige Tablette" über das verhängnisvolle Medikament Contergan. Weitere Preisträger waren die Rockband Bon Jovi (Musik International), der britische Modeschöpfer Christopher Bailey (Mode) und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen (Sport).

Vor Beginn der 59. Bambi-Verleihung hieß es auf dem roten Teppich Schaulaufen im Dauerregen. Dabei kam es zu einem kleinen Eklat: Schauspielerin Gudrun Landgrebe (57) trat auf das Abendkleid von Sabine Christiansen (50) und riss es dadurch ein. "Jetzt ist es durch", bemerkte die Talkshow-Moderatorin und setzte dann säuerlich hinzu: "Dankeschön!"

Lichtshow floppt

Auf dem 350 Meter langen Teppich hatte es sich an einigen Stellen gestaut, weil sich manche Gäste sehr ausdauernd den Fotografen präsentierten. Dazu gehörten Bruce Darnell (50), bekannt aus "Germany's Next Top Model", und der 60 Jahre alte Schauspieler Sky du Mont ("Der Schuh des Manitu").

Einen Reinfall erlebte die Stadt Düsseldorf, die die Prominenz mit dem "größten roten Teppich der Welt" begrüßen wollte. Für mehr als 100.000 Euro sollte ein Lichtkünstler mit 70 der angeblich stärksten Scheinwerfer der Welt den Rhein auf sechs Kilometern in rotes Licht tauchen. Dafür war sogar der Schiffsverkehr unterbrochen worden. Doch die jeweils 220 Kilogramm schweren Geräte schafften es nicht, den erhofften Effekt zu erzielen - es blieb dunkel.

Für die Gala auf Einladung des Verlegers Hubert Burda waren 1800 Helfer im Einsatz. Fast 800 Flaschen Champagner, rund 10 000 Blumen und 1200 Scheinwerfer waren in die Düsseldorfer Stadthalle geschafft worden. (imo/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben