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Medienunternehmer : Leo Kirch ist tot

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Das bestätigte ein Sprecher seines Unternehmens. Kirch gehörte eines der größten Medienimperien in Deutschland und berüchtigt war seine Freundschaft zu Helmut Kohl.

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Herr der Filme. Die ersten Hollywood-Lizenzen kaufte Leo Kirch von Geld, das ihm die Familie seiner Frau lieh. In den 80ern wurde er zum mächtigen Medienunternehmer.Alle Bilder anzeigen
Foto: KEYSTONE / Keystone Pressedienst
14.07.2011 14:10Herr der Filme. Die ersten Hollywood-Lizenzen kaufte Leo Kirch von Geld, das ihm die Familie seiner Frau lieh. In den 80ern wurde...

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Er starb am Donnerstagvormittag in München im Alter von 84 Jahren, wie ein Sprecher von Kirchs Unternehmen KirchMedia bestätigte. Kirch gehörte einst eines der größten Medienimperien in Deutschland, unter anderem mit den Kanälen ProSieben, Sat.1 und dem Bezahlsender Premiere, dem heutigen Sky.

„Unser geliebter Ehemann, Vater, Bruder, Dr. Leo Kirch, ist heute im Kreise seiner Familie friedlich verstorben. Wir sind sehr traurig“, ließ seine Familie in München mitteilen.

Die Insolvenz des Kirch-Konzerns 2002 war eine der größten Unternehmenspleiten Deutschlands. Kirch macht den damaligen Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer dafür verantwortlich und forderte Schadenersatz in Milliardenhöhe. Breuer hatte in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen.

Kirch hat sich vor allem mit dem Erwerb von Filmrechten sein Imperium aufgebaut. Seine Karriere begann in den 1950er Jahren. La Strada von Federico Fellini war sein erster Film, für den er die Rechte erworben hatte. Es folgten Beteiligungen am Springer-Konzern und Sat 1. Er galt jahrelang als einflussreichster Filmrechte-Vermarkter in Deutschland. Später baute er den ersten Pay-TV-Kanal in Deutschland auf (DF 1), das spätere Premiere und heutige Sky. Dabei hat er nicht nur auf Filme gesetzt, sondern vor allem auf Fußball. Er erwarb die TV-Rechte für die Bundesliga, was nicht nur den Preis für diese Rechte in die Höhe trieb, sondern auch die Spielergehälter. Wirklich ökonomisch erfolgreich war er damit jedoch nicht. Im Jahr 2002 musste die Kirch-Media dann einen Insolvenzantrag stellen - wegen Verbindlichkeiten in Höhe von über sieben Milliarden Euro Schulden.

Der Medienunternehmer pflegte seit Jahren eine besonders enge Freundschaft zu Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Dieser rief nach der CDU-Spendenaffäre erneut zur finanziellen Unterstützung für die Partei auf, um den Schaden der Affäre gering zu halten: Leo Kirch leistete mit einer Spende von einer Million DM den größten Beitrag.

Kirch litt seit Jahren an Diabetes, weshalb er fast blind war. Außerdem musste ihm wegen der Diabetes ein Bein amputiert werden. (Tsp/AFP)

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