Welt : Mehr als 100 Opfer in Brasilien

Nach Erdrutschen und Überschwemmungen

Rio de Janeiro - Die schlimmste Unwetterkatastrophe der vergangenen Jahrzehnte hat im Süden Brasiliens mindestens 109 Menschenleben gefordert. Wie der Zivilschutz am Samstag mitteilte, wurden rund 79 000 Menschen aus den Überschwemmungsgebieten im Bundesstaat Santa Catarina in Sicherheit gebracht. Da noch 19 Menschen vermisst werden, könnte die Zahl der Opfer weiter steigen. Insgesamt sind mehr als anderthalb Millionen Menschen von den heftigen Überschwemmungen und Erdrutschen infolge wochenlanger Regenfälle betroffen. Im am stärksten betroffenen Itajai-Tal baute das Gesundheitsministerium den Angaben zufolge ein Feldlazarett für bis zu 400 Menschen auf.

Bislang wurden rund 515 Tonnen Lebensmittel, zehn Tonnen Medikamente und 12 000 Decken in den Überschwemmungsgebieten verteilt. Einige Orte konnten nur per Hubschrauber erreicht werden. Präsident Luiz Inacio Lula da Silva sprach von der schlimmsten Überschwemmungstragödie in der Geschichte des Landes. Das Auswärtige Amt in Berlin sagte Hilfe im Umfang bis zu 200 000 Euro für die Überschwemmungsopfer zu.

Die meisten Opfer seien von Erdmassen lebend begraben worden und erstickt, hatte der Zivilschutz am Freitag mitgeteilt. Wegen Plünderungen wurde in Santa Catarina eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Nach brasilianischen Medienberichten konnten die Retter inzwischen auch bislang von der Außenwelt abgeschnittene Gebiete erreichen. In der Region Morro do Bau sagte Feuerwehrsprecher Jose de Jesus: „Hubschrauber haben die Überlebenden bereits weggeflogen. Nun müssen wir die Toten unter dem Schlamm und den Trümmern finden.“ In den meisten Gebieten Santa Catarinas, das etwa doppelt so groß ist wie Niedersachsen, waren die Menschen ohne Strom. AFP/dpa

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