MEHR SPENDEN : Der Westen gibt am meisten

Nach dramatischen Appellen gehen nun doch mehr Spenden ein. Die UN teilten mit, sie hätten inzwischen mehr als 40 Prozent der erbetenen 460 Millionen Dollar Soforthilfe bekommen. Dazu kommen noch Zusagen, so dass die Gelder eine Quote von 54,5 Prozent erreichen. Die Regierung in Islamabad sicherte zu, gewissenhaft mit den Hilfen umzugehen. Man überlege, ausländische Prüfer zur Überwachung der Spenden einzusetzen. Keinesfalls würden Mittel in die Hände von Extremisten gelangen.

Die USA sagten bisher 97 Millionen Dollar zu. Die EU stellt 70 Millionen Euro bereit. Als erstes nicht-westliches Land steht Kuwait auf der Liste mit fünf Millionen Dollar auf Platz neun. China, die neuerdings zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, sagte 1,9 Millionen Dollar zu.

Die Bundesregierung plant, dass die Finanzämter Überweisungen an Hilfsorganisationen für Pakistan in unbegrenzter Höhe auch ohne Spendenquittung akzeptieren. Normalerweise gilt dafür eine Obergrenze von 200 Euro. Einen ähnlichen Erlass hatte es bereits nach dem Erdbeben im Januar in Haiti gegeben.

Der Ministeriumssprecher sagte, über den Pakistan-Erlass werde zurzeit mit den Bundesländern gesprochen, denen die Steuerverwaltung untersteht. Für die Anerkennung der Spende in der Einkommensteuererklärung würde dann zum Beispiel ein Ausdruck einer Überweisung an eine anerkannte Hilfsorganisation ausreichen. Die Ausnahmeregelung soll rückwirkend zum Beginn der Katastrophe erlassen werden und für sechs Monate gelten.

Von Privatpersonen in Deutschland wurden bisher 24 Millionen Euro gespendet. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen bei 37 Hilfswerken und Spendenbündnissen. Damit hat die Spendenbereitschaft nach anfänglich großer Zurückhaltung erkennbar zugenommen. Tsp/dpa/Reuters

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