Welt : Meistens sind Kinder die Opfer – Familienangehörige die Täter

Berlin - Immer wieder werden Menschen jahrelang eingesperrt. Oftmals sind Kinder die Opfer und Familienangehörige die Täter. So fand die Polizei im Juni 2007 im schwäbischen Ursberg eine Siebenjährige, die seit ihrer Geburt von ihrer Mutter auf einem Bauernhof versteckt gehalten wurde. Die Nachbarn haben von der Existenz des Kindes angeblich nichts gewusst, obwohl der Hof mitten im Ort liegt.

Nach 13 Jahren in der Gewalt seines Entführers wurde im Mai 2007 ein 18-Jähriger im südafrikanischen Durban befreit. Nachbarn hatten die Schreie und das Weinen des Jungen gehört und die Polizei alarmiert. In Ungarn wurde im September 2006 der Fall einer 27-Jährigen bekannt, die 13 Jahre lang von ihrem Vater, einem Gefängniswärter, gefangen gehalten und vor den Augen der schwer kranken Mutter sexuell missbraucht wurde. Erst als der Mann starb, endete das Martyrium der Frau aus Budapest.

Im August 2006 gelang Natascha Kampusch die Flucht aus einem Kellerverlies in der Nähe von Wien. Das Mädchen war als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt worden und war acht Jahre in der Gewalt ihres Kidnappers. Am Tag, als die 18-Jährige aus ihrem Verlies flüchtet, nimmt sich der Entführer das Leben.

Die siebenjährige Jessica aus Hamburg erstickte im März 2005 an Erbrochenem. Das unterernährte Mädchen wurde von den Eltern in einer Hochhauswohnung wie eine Gefangene gehalten. Vater und Mutter erhielten eine lebenslange Haftstrafe. Ebenfalls in Hamburg sperrte ein gewalttätiger Vater seinen Sohn jahrelang im Haus ein. Als der Mann im Sterben lag, wagte die Mutter des Zwölfjährigen 2002 den Gang zu den Behörden. dpa

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