Melamin-Skandal : Chinas Milchindustrie will Entschädigung zahlen

Sechs Babys mussten in China sterben, weil Milchunternehmen ihre Produkte als hochwertiger verkaufen wollten, als sie es tatsächlich waren. Im Skandal um das verseuchte Milchpulver haben sich die beschuldigten Firmen nun zu Entschädigungszahlungen bereit erklärt.

Milchpulver-Skandal
Mit Melamin verseuchtes Babymilchpulver führte in China zum Tod von sechs Säuglingen. -Foto: dpa

PekingInsgesamt wollen 22 Unternehmen den betroffenen Familien Schadenersatz zahlen und die Behandlungskosten für die erkrankten Kinder übernehmen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag meldete. Die Höhe der gesamten Entschädigungssumme wurde nicht bekannt. Der Verband der chinesischen Milchindustrie schrieb, dass die Unternehmen hofften, durch die Zahlungen "das Verständnis und die Vergebung" der Familien zu erlangen.

Der Skandal um mit der Industriechemikalie Melamin versetztes Milchpulver aus der Volksrepublik war im September aufgeflogen. Nach amtlichen Angaben starben sechs Babys, rund 300.000 Kleinkinder erkrankten. Am Freitag begannen die Verfahren gegen sechs Verdächtige. Die Hauptverdächtige Tian Wenhua, die Ex-Chefin des Herstellers Sanlu, soll ab Mittwoch vor Gericht stehen - ihr droht die Todesstrafe. Das Melamin sollte nach bisherigen Erkenntnissen einen höheren Proteingehalt des Pulvers vortäuschen als tatsächlich vorhanden. (sba/AFP)

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