Melamin-Skandal : Ex-Chefin von Milchpulver-Konzern droht Todesstrafe

Der Melamin-Skandal in China hat mindestens sechs Babys das Leben gekostet, hunderttausende Kinder erkrankten. Jetzt soll die frühere Chefin des Milchpulver-Herstellers Sanlu zur Rechenschaft gezogen werden.

Milchpulver
Kinder sind die Leidtragenden des Milchpulver-Skandals. -Foto: dpa

PekingDer Ex-Chefin des wegen verseuchten Milchpulvers in die Schlagzeilen geratenen chinesischen Sanlu-Konzerns droht die Todesstrafe. Wenn Tian Wenhua, die ehemalige Chefin der Sanlu-Gruppe, schuldig befunden werde, könnten ihr mindestens zehn Jahre Haft, lebenslange Haft oder sogar die Hinrichtung drohen, sagte der Anwalt Li Xiongbing. Li vertritt eine Reihe möglicher Kläger, die Schadenersatz fordern. Nach Angaben der Justiz soll der Prozess gegen Tian kommenden Mittwoch in Shijiazhuang in der nordchinesischen Provinz Hebei beginnen. Verfahren gegen andere Sanlu-Mitarbeiter und Zulieferer hätten bereits am Freitag begonnen.

Der Skandal um giftiges Milchpulver aus der Volksrepublik flog im September auf. Sanlu war das erste Unternehmen, dem der Verkauf des verseuchten Produktes nachgewiesen wurde. Durch das mit der Industriechemikalie Melamin versetzte Milchpulver starben nach offiziellen chinesischen Angaben mindestens sechs Babys, Hunderttausende wurden zum Teil schwer krank. (feh/AFP)

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