Meldungen für 10.000 Gemeinden : Deutscher Wetterdienst will präziser warnen

Der Deutsche Wetterdienst setzt ab sofort auf ein verbessertes Warnsystem. Informationen über Unwetter sollen ortsgenauer werden.

Der DWD verspricht, dass von der größeren Präzision alle Bürger profitieren könnten.
Der DWD verspricht, dass von der größeren Präzision alle Bürger profitieren könnten.Foto: dpa

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt künftig örtlich präziser vor drohendem Unwetter. Statt wie bisher auf die 400 Landkreise in Deutschland würden die Warnungen vor Wettergefahren nun auf die rund 10.000 Gemeinden bezogen, kündigte DWD-Präsident Gerhard Adrian am Donnerstag in Berlin an. Damit werde die Qualität der Unwetterwarnungen deutlich verbessert.

Die ortsgenauen Warnungen sind demnach ab sofort im Internet auf der Wetterdienst-Seite www.dwd.de verfügbar. Ab Anfang August würden sie auch den Nutzern der Warn-Wetter-App angeboten, die derzeit von 2,7 Millionen Menschen genutzt wird. "Mit den neuen Gemeindewarnungen setzt das Warnsystem des DWD Maßstäbe. Wir sind damit auf dem Stand des technisch-wissenschaftlich Möglichen - auch im internationalen Vergleich", erklärte Adrian.

Allein in der Periode mit extremen Unwettern von Ende Mai bis Mitte Juni musste der Deutsche Wetterdienst rund 3000 Unwetterwarnungen herausgeben. Beispielsweise in dem von großen Zerstörungen betroffenen bayerischen Landkreis Rottal-Inn wurden Orte wie Simbach am Inn extrem betroffen, nur wenige Kilometer weiter gab es dagegen überhaupt keine Unwetterfolgen. Der DWD versprach, dass von der größeren Präzision alle Bürger profitieren könnten.

Der Leiter des Bereichs Wettervorhersage, Hans-Joachim Koppert, sprach von einem Quantensprung im Warnsystem. Nun sei ein meteorologischer Zoom auf einzelne Gemeinden und auch Stadtteile möglich. Die konkreten Unwetterwarnungen können laut DWD frühestens zwölf Stunden vor dem erwarteten Ereignis herausgegeben werden. Bei manchen Wetterlagen sei die Warnung aber nur wenige Minuten oder eine halbe Stunde vorher möglich. Bei großflächigen Winterstürmen oder Dauerniederschlägen, die zu Flusshochwasser führen, seien zwölf oder auch mehr Stunden Vorlauf machbar. Bei sommerlichen Gewittern sei für die Vorhersagemeteorologen des Wetterdiensts manchmal schon eine halbe Stunde eine Herausforderung. (AFP)

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