Menschenrechte : EU-Gerichtshof weist Sterbehilfe-Gegner ab

Acht Beschwerden von italienischen Sterbehilfe-Gegnern fanden kein Gehör vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Hintergrund ist der Fall der 37-jährigen Koma-Patientin Eluana Englaro. Eine Stellungnahme zur grundsätzlichen Frage der Sterbehilfe vermied das Gericht jedoch.

StraßburgDer Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat acht Beschwerden von italienischen Sterbehilfe-Gegnern abgewiesen. Dies gab die Pressestelle des Gerichtshofs am Montag in Straßburg bekannt. Hintergrund der Klagen ist der viel diskutierte Fall der 37 Jahre alten italienischen Koma-Patientin Eluana Englaro, deren Vater ein Ende der künstlichen Ernährung fordert. Das höchste italienische Berufungsgericht hatte im November dem Tod der Frau zugestimmt. Mitte Dezember verbot die italienische Regierung jedoch dem Krankenhaus, die Geräte abzuschalten.

Der Straßburger Gerichtshof nahm nicht grundsätzlich Stellung zur umstrittenen Frage der Sterbehilfe. Er lehnte den Antrag der Kläger, unter ihnen mehrere Schwerstbehinderte, mit dem Argument ab, der Fall der Koma-Patientin betreffe diese nicht persönlich. Die Entscheidung des höchsten Berufungsgerichts, den Tod der seit einem Autounfall 1992 im Koma liegenden Frau zuzulassen, sei nicht auf andere Personen übertragbar. Zumal das italienische Gericht deutlich gemacht habe, dass in solchen Fällen immer der Wille der Betroffenen ausschlaggebend sei. Für die Beschwerdeführer gebe es somit kein Risiko, selbst "Opfer" des Urteils des italienischen Berufungsgerichts zu werden, erklärte der Europäische Gerichtshof. (jg/AFP)

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