Welt : Merkel-Oper ohne Merkel

Neuköllner Oper plant Politspektakel in der U-Bahn

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Von Kristina Schmidt

Angela Merkel hat die Hauptrolle im Wahlkampf zwar an Edmund Stoiber abgegeben. In einer Inszenierung der Neuköllner Oper jedoch wird ihre Person (gespielt von Kathrin Unger) aber als Hauptakteurin auf der Bühne stehen: Am 18. August hat die Inszenierung von „Angela - eine Nationaloper" im unvollendeten U-Bahnhof Reichstag zwischen dem Kanzleramt und dem Bundestag Premiere.

Das Politspektakel wird aber ohne die wirkliche Angela Merkel über die Bühne gehen. „Angela Merkel hat uns mitteilen lassen, dass sie sich das Stück nicht ansehen wird“, sagte Autor Michael Frowin der „Dresdner Morgenpost“. „Dass es eine Oper über sie geben wird, ist ihr unangenehm.“ Das Stück beleuchte den Zeitraum vom Mauerfall bis zur Kür des Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber für die Bundestagswahl, sagte Frowin, der das Libretto zu der Oper verfasst hat.

In dem Opus werde es mitunter „ziemlich skurril“ zugehen, sagte Frowin. Ein Kabarett oder eine Satire auf den Politstar aus dem Osten sei es aber nicht. „Das wäre einfach zu viel.“ Neben Merkel sollen auch die Unionspolitiker Stoiber, Wolfgang Schäuble, Roland Koch und Michael Glos sowie FDP-Chef Guido Westerwelle gemimt werden.

„Es geht um Angela Merkel als eine Person der Zeitgeschichte, die 1989 von außen in ein geschlossenes politisches Machtsystem tritt, das westdeutsch und männlich dominiert ist. Die Oper zeichnet ihren Werdegang von 1989 bis zu ihrem Verzicht auf die Kanzlerkandidatur nach," sagt Andreas Altenhof, Pressesprecher der Neukölner Oper.

Das Libretto der „Nationaloper" wurde von Michael Frowin geschrieben, der als Autor unter anderem für das Kabarett Distel in Berlin, das Renitenztheater in Stuttgart und den WDR arbeitet. Frank Schwemmer, von 1984-1992 musikalischer Leiter im „Jungen Theater“ Berlin, komponierte die Musik für die Oper.

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