Merseburg : Oberbürgermeister tritt nach Kinderporno-Skandal zurück

Nach dem Fund von Kinderpornografie auf seinem Computer hat der Oberbürgermeister von Merseburg in Sachsen-Anhalt, Reinhard Rumprecht, sein Amt niedergelegt. Das Amtsgericht hat bereits einen Strafbefehl über 8000 Euro erlassen.

Merseburg Der Oberbürgermeister (parteilos) zog seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichtes Merseburg wegen des Besitzes von Kinderpornografie zurück. Diesen habe er eingelegt, um die Sach- und Rechtslage noch einmal umfassend prüfen zu können, heißt es in einer über seinen Anwalt verbreiteten Erklärung. "Im Ergebnis dessen akzeptiere ich die Strafe und halte meinen Rücktritt für konsequent", erklärte Rumprecht. Er bedauere sein Fehlverhalten.

Das Amtsgericht Merseburg hatte gegen den 54-Jährigen einen Strafbefehl über 8000 Euro erlassen, weil Kinderpornografie auf seinem Computer gefunden wurde. Der Stadtrat der 36.000 Einwohner zählenden Kreisstadt hatte Rumprecht daraufhin auf einer Sondersitzung in der vergangenen Woche vorläufig seines Amtes enthoben, dazu ein Disziplinarverfahren eingeleitet und ihm die Hälfte seiner Bezüge gekürzt. Trotz der Entscheidung Rumprechts, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen, will die Staatsanwaltschaft Halle weiter gegen ihn ermitteln.

Der Strafbefehl wegen des Besitzes von Kinderpornografie basiere auf Bildern, die auf einem Laptop Rumprechts gefunden worden seien, hieß es. Die Staatsanwaltschaft hatte nach Hinweisen aus einem anderen Bundesland Anfang August Privat- und Diensträume von Rumprecht durchsucht. (mit dpa)