Welt : Meteorologen im Tief

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Wo bleibt die Sonne? Seit Tagen versprechen die Meteorologen schönes Wetter. Was passiert stattdessen? Es fallen in Berlin zwischendurch immer wieder zarte Schneeflocken. Schnee ist auch schön. Wenn es nur nicht so kalt wäre. Eigentlich sollte sich das ändern. Die Meteorologen sind sich weiterhin einig, dass es in den nächsten Tagen wärmer wird und sich die Sonne durchsetzt. So versprach der Deutsche Wetterdienst in Offenbach Sonne überall in Deutschland, nur getrübt von einigen Schönwetterwolken. Aber wegen der letzten Tage ist die Wetteragentur des Fernsehmeteorologen Jörg Kachelmann, Meteomedia, vorsichtig geworden.

Obwohl ein neues Hoch angekündigt wird, das direkt über Berlin und Brandenburg liegt, könnte es am heutigen Mittwoch noch etwas trübe und kühl bleiben, sagt seine Meteorologin Mieke Windmüller. Und auch am Donnerstag werden wir noch nicht den strahlend blauen Himmel bekommen, der uns die ganze Zeit versprochen wurde. Allenfalls Freitag und Samstag soll die Sonne scheinen, für Sonntag werden die Meteorologen wieder vorsichtig. Und Ostermontag ist noch zu lange hin, um eine begründete Prognose abgeben zu können. "Das wäre reine Spekulation", sagt Mieke Windmüller.

Alles hängt davon ab, ob sich ein stabiles Hoch etabliert. Zunächst löst das Hoch "Jonas" "Isaac" ab. Diese biblischen Hochs kommen von Südwesten, der spanischen Atlantikküste her, wandern zu den britischen Inseln und kommen von dort über die Nordsee nach Deutschland.

Es bleibt das Rätsel, warum es trotz der Hochs trübe ist. Ein entscheidender Faktor ist die Geschwindigkeit. Wandern die Hochs langsam zu uns, ist es schön, kommen sie schnell, nehmen sie feuchte Luft mit, die den Himmel verdüstert. Das wird wahrscheinlich am Sonntag der Fall sein, wenn "ein Kaltlufttropfen in der Höhe" liegt, wie die Meteorologen sagen. Dann droht instabiles Wetter mit Niederschlägen.

Wer über Ostern an die Ostsee fährt, kann Glück haben. Zwölf Grad können es am Wochenende werden. Bei schwachem Wind und Sonnenschein kann es ein Traumurlaub werden. Wenn da in den Modellen nicht eine kleine Unsicherheit wäre. "Wenn wir Pech haben, herrschen vier Grad und der Himmel ist wolkenverhangen", sagt Mieke Windmüller. Die Meteorologin empfiehlt sicherheitshalber Mallorca. 20 Grad, Sonne, da kann nichts schiefgehen. "Allenfalls ein kleiner Schauer", aber das ist kaum eine Einschränkung.

Zurück zu den Schneefällen. In den Alpen, im Erzgebirge und im Bayerischen Wald haben sich die Wintersportbedingungen nach den Schneefällen der vergangenen Tage deutlich verbessert. Auf der Zugspitze fielen noch mal 60 Zentimeter Schnee, so dass die Gesamtschneehöhe jetzt 550 Zentimeter beträgt.

Dafür entspannte sich die Hochwasserlage unterdessen weiter. Nur noch vereinzelt galt am Montag für die Donau zwischen Straubing und Hofkirchen die zweithöchste Alarmstufe drei - dabei sind Straßen gesperrt und bebautes Gebiet überschwemmt. Nach dem schlimmsten Hochwasser seit 36 Jahren begannen in Passau die Aufräumarbeiten. "Die Schäden durch aufgeschwemmte Böden und beschädigte Waren sind enorm", sagte der Passauer Polizeidirektor Leonhard Gruber. 100 Helfer bauten inzwischen die Stege ab und reinigen die Straßen der Altstadt. Über das genaue Ausmaß der Schäden herrscht noch Unklarheit. Die Aussichten für die kommenden Tage lassen keine erneute Verschärfung der Hochwasserlage erkennen.

Staus und steigende Benzinpreise

Vor Staus auf den Autobahnen warnte der ADAC. Autofahrer sollten an Gründonnerstag die Stoßzeiten meiden. "Fahren Sie entweder früh morgens oder sehr spät abends", hieß es. Betroffen sind vor allem die A 9 in Richtung Süden, die A 19 nach Rügen oder die A 11 nach Usedom. Bei schönem Wetter sollte an Karfreitag unbedingt der Berliner Ring gemieden werden. Wer nicht fliegen oder im Stau stecken will, der nimmt am besten die Bahn. Rund 30 Sonderzüge setzt das Unternehmen ein.

Der ADAC hat die deutliche Erhöhung der Benzinpreise vor den Osterfeiertagen beklagt. Vor Ferienbeginn seien die Spritpreise in zwölf Bundesländern auf Jahreshöchststände geklettert. Die Mineralölkonzerne hätten die steigende Nachfrage zu Ostern fest einkalkuliert.

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