Welt : Meteorologen versprechen weiße Weihnacht

Nach zwanzig Jahren soll der Traum von der "weißen Weihnacht" in ganz Deutschland wieder einmal wahr werden: Bei frostigen Temperaturen werde fast das ganze Land an den Weihnachtsfeiertagen 2001 unter einer Schneedecke liegen, berichtete der Meteorologe Uwe Wesp vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Dienstag. Tanja Lamprecht von Meteomedia äußert sich etwas vorsichtiger, aber auch sie sieht "winterliche Verhältnisse" voraus. Für sie ist ebenfalls klar, dass es in den nächsten Tagen in Berlin und Brandenburg schneien wird. Doch ob der Schnee bis Heiligabend liegen bleibt und neuer Schnee fällt, kann sie noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

In den Lagen ab rund 400 Meter Höhe dürfte bei meist frostigen Temperaturen sogar reichlich Schnee liegen bleiben, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. In küstennahen Gebieten und im Nordwesten könne es dagegen Lücken in der Schneedecke geben. Die letzte "weiße Weihnacht" gab es nach Angaben von Wesp flächendeckend 1981.

Am Mittwoch und Donnerstag werden lediglich wenige Flocken im Südosten Deutschlands erwartet. Am Mittwoch steigen die Temperaturen am Alpenrand tagsüber bis auf minus zwei Grad, an der Nordsee bis auf plus sieben Grad. Dazu gibt es reichlich Westwind im Norden, der an der Nordsee in einzelnen Böen auch Sturmstärke erreicht. Auch am Freitag weht ein starker Wind, der in den nördlichen Mittelgebirgen Schneeverwehungen verursachen kann.

Bereits bis Freitagabend wird der Schneefall die Alpen erreichen. In den Höhenlagen der Mittelgebirge liegen bis dahin nur wenige Zentimeter. Am Wochenende dann steht Winterfreuden auf Schlitten und Ski im Bergland nichts mehr entgegen. Auch in etwas tieferen Lagen dürften Kinder, die sich über die Feiertage im Haus langweilen, ihren Spieltrieb vielerorts mit Schneemännern und Schneeballschlachten ausleben können.

Die nächtlichen Temperaturen werden in Südbayern bis Donnerstag auf minus zehn Grad sinken, im Rheinland kann es dagegen frostfrei bleiben. Bundesweit schlägt die Kälte nachts erst am Freitag ordentlich zu: Mit minus fünf bis minus zehn Grad ist zu rechnen. Am Wochenende vor dem Weihnachtsfest rechnen die Wetterkundler mit Temperaturen um null Grad. Im Bergland bleibt es bei Dauerfrost.

Westtürkei versinkt im Schnee

Heftige Schneestürme haben am Dienstag den Verkehr im europäischen Teil der Westtürkei fast vollständig zum Erliegen gebracht. Etwa 3000 Dörfer sind nach Angaben der Behörden von der Außenwelt abgeschnitten. Hunderte von Menschen mussten aus eingeschneiten Bussen und Autos befreit werden. Vielerorts türmte sich der Schnee meterhoch. Autofahrer befestigten rote Stofffetzen an ihren Fahrzeugen, um sie im hohen Schnee wiederzufinden. Die meisten Grenzübergänge nach Griechenland und Bulgarien wurden wegen Eis und Schnees geschlossen. In Istanbul erfror ein Mann auf der Straße. Rund 320 Reisende eines Regionalzuges saßen am Abend bereits seit Stunden in einem Bahnhof 40 Kilometer vor Istanbul fest, nachdem die Stromleitung gerissen war. Die Fahrgäste wurden auf die Reparatur vertröstet.

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