Welt : Meterhohe Wellen und Überschwemmungen

Mit voller Wucht: Der Hurrikan erreicht die Ostküste der USA – vielerorts kommt das öffentliche Leben zum Erliegen.

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Ein Fahrer gerät in den Hamptons bei New York ins Schlingern, als die ersten von „Sandy“ aufgepeitschten Wellen das Land überschwemmen. Foto: Reuters
Ein Fahrer gerät in den Hamptons bei New York ins Schlingern, als die ersten von „Sandy“ aufgepeitschten Wellen das Land...Foto: REUTERS

Schon bevor das Auge des Hurrikans „Sandy“ in der Nacht zu Dienstag mit voller Wucht auf das Festland der USA traf, waren weite Küstenregionen überschwemmt, zum Beispiel in Ocean City, Maryland, und auf Long Island im Staat New York. Auf den weit über tausend Kilometern zwischen den US-Bundesstaaten North Carolina und Maine regnete es da bereits seit Stunden ununterbrochen. Die Kanalisationen konnten die riesigen Wassermassen kaum fassen.

Vielerorts kam das öffentliche Leben zum Erliegen. Aus Sorge, dass die Flut in Autotunnel wie den Holland-Tunnel eindringt, der New Jersey und Manhattan unter dem Hudson River verbindet, oder den Brooklyn-Battery-Tunnel, der unter dem East-River hindurch von Brooklyn nach Manhattan führt, wurden diese Verbindungsröhren geschlossen. Auch manche U-Bahnen- Strecken in Washington und New York wurden stillgelegt. In Virginia und New Jersey stoppte man ebenfalls den öffentliche Nahverkehr.

Äste und Bäume bogen sich unter dem Druck des Sturms, die Windgeschwindigkeiten schienen stündlich zuzunehmen. Auf den Wetterkanälen im Fernsehen ließ sich verfolgen, wie meterhohe Wellen auf die Atlantikküste prallen. Und wie Retter der Küstenwache 14 Besatzungsmitglieder eines Segelschiffes in einem gewagten Hubschraubereinsatz unter schwersten Witterungsbedingungen aus Seenot retteten. Der Dreimaster, ein Nachbau der legendären „HMS Bounty“, sank vor der Küste von North Carolina. Zwei weitere Männer werden vermisst. In den USA waren alle Anstrengungen darauf gerichtet, Todesopfer zu vermeiden, nachdem Hurrikan „Sandy“ in den Tagen zuvor in der Karibik mindestens 67 Menschen in den Tod gerissen hatte. Deren Zahl kann noch steigen. Durch die Einwirkung von Hurrikan „Irene“ waren im Herbst 2011 47 Menschen in den USA gestorben.

Präsident Barack Obama hatte am Montag seinen Wahlkampf vorzeitig unterbrochen und war aus Florida ins Weiße Haus zurückgekehrt, um alle Amerikaner in einer Fernsehansprache zu ermahnen, nichts zu riskieren und sichere Zuflucht zu suchen. In New York blieb die Wall Street erstmals seit 27 Jahren wegen Sturms geschlossen. Sandsäcke schützten die Hauseingänge in der Umgebung der Börse. 375 000 Menschen wurden aus tiefer gelegenen Wohngebieten in Sicherheit gebracht. Auch in Maryland und New Jersey wurden küstennahe Wohngebiete evakuiert. Die Fluggesellschaften strichen knapp 9000 Flüge. Auch zahlreiche Verbindungen über den Atlantik waren betroffen.

Für die kommenden Tage wird mit vielen Stromausfällen gerechnet. In dem Gebiet, das von Hurrikan „Sandy“ betroffen ist, leben etwa 50 Millionen Menschen. In Washington blieben Schulen und Behörden bereits am Montag geschlossen.

Laut Prognose des Hurrikanzentrums in Florida sollte das Zentrum des Sturms am Montagabend (Ortszeit) rund hundert Kilometer südlich von New York die US-Küste erreichen. Der Sturm bewegte sich zuletzt mit etwa 30 Kilometer pro Stunde nach Norden. Die Windböen erreichten zum Teil 150 Stundenkilometer.

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