Methanol-Vergiftung : Türkische Behörden nehmen Getränkehändler fest

Drei Lübecker sind an mit Methanol gepanschtem Alkohol gestorben. Am Dienstag nahm die Polizei den gesuchten Getränkehändler fest. Damit erhöht sich die Zahl der Verhafteten auf drei.

IstanbulNach dem Tod von drei jungen Deutschen in der Türkei, die an einer Methanol-Vergiftung starben, ist der gesuchte Getränkehändler festgenommen worden. Das berichtete der Lübecker Anwalt der Eltern eines der Schüler, Frank-Eckard Brand, am Dienstag unter Berufung auf eine türkische Anwältin.

Der Festgenommene ist demnach der Getränkelieferant des Hotels in Kemer, in dem die Lübecker Schüler nach Aussagen von Mitschülern den tödlichen Schnaps gekauft hatten.

Bereits am Montag waren zwei weitere Männer verhaftet worden. Die beiden Festgenommenen sind Manager des Hotels "Anatolia Beach" im Küstenort Kemer. Dort hatten die aus Lübeck stammenden deutschen Schüler gewohnt. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet, der eine Festgenommene sei für Speisen und Getränke zuständig gewesen, der andere sei der Chefeinkäufer des Hauses. Beide wurden in Untersuchungshaft genommen.


Alkohol soll mit Methanol verunreinigt gewesen sein

Zuvor hatte die Polizei drei weitere Verdächtige nach ihren Vernehmungen gegen Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Auch sie waren Angestellte des "Anatolia Beach", darunter ein Bediensteter und ein Barmann. In dem Hotel hatte das Trinkgelage stattgefunden, das schließlich zu dem Tod der drei Jugendlichen geführt hatte. Ein Deutscher war noch in dem Hotel gestorben. Seine beiden 17 und 19 Jahre alten Klassenkameraden waren zunächst ins Koma gefallen und am Samstag in einer Lübecker Uniklinik gestorben. Die Ärzte sprachen von schwersten Hirnschädigungen und einen nicht umkehrbaren Ausfall aller Hirnfunktionen.

Die Ermittler vermuten, dass der Alkohol, den die Jugendlichen in ihrem Hotel gekauft hatten, mit Methanol verunreinigt war. Sie führten insgesamt 37 verschiedene chemische Proben durch. Dabei seien mehrfach hohe Methanolwerte festgestellt worden.

Unterdessen sucht die Polizei mit Haftbefehl nach dem Getränkelieferanten der Herberge. Der Unternehmer Cengiz E. war von der Staatsanwaltschaft  vorgeladen worden, aber zur Vernehmung nicht erschienen, wie die türkische Zeitung Milliyet berichtete. Da E. auch nicht an seinem Wohnort anzutreffen gewesen sei, habe die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt. (kg/jg/dpa)

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