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Mexiko : Lastwagen mit radioaktivem Material gestohlen

Die Atomenergiebehörde schlägt Alarm: Unbekannte haben in Mexiko einen Transporter mit der Substanz Kobalt-60 gestohlen. Dieses könnte zur Herstellung einer „schmutzigen Bombe“ verwendet werden und sei „extrem gefährlich“. Die Suche danach läuft nun auf Hochtouren.

In Mexiko ist ein Laster mit gefährlichem radioaktiven Material aus dem medizinischen Bereich gestohlen worden.

Unbekannte hatten ein Fahrzeug mit der entsprechenden Ladung in der Ortschaft Tepojaco im Bundesstaat Hidalgo im Zentrum des Landes entwendet, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Mittwoch mitteilte.
Laut mexikanischen Sicherheitsbehörden wurde der Transporter am Montag von einer Tankstelle gestohlen, als der Fahrer schlief. Er transportierte das sogenannte Radionuklid Kobalt-60 von einem Krankenhaus aus Tijuana im Norden des Landes zu einem Lager für Atommüll in die Nähe von Mexiko-Stadt.

Zum Zeitpunkt des Diebstahls war das radioaktive Material geschützt. Ungeschützt ist Kobalt-60 für Menschen allerdings extrem gefährlich. Die mexikanischen Behörden suchen nun nach dem radioaktivem Material.
Das Kobalt-60 war zuvor in einem Gerät zur Strahlentherapie benutzt worden und sollte entsorgt werden, wie der stellvertretende Leiter des Zivilschutzes in Hidalgo, Miguel García Conde, sagte. „Es ist eine krebserregende Substanz. Sie ist gefährlich, wenn jemand den Behälter öffnet.“ Der Gesundheitsminister von Hidalgo, Pedro Luis Noble, sagte örtlichen Medien, das radioaktive Material könne einen Menschen töten, der vier Minuten der Strahlung ausgesetzt sei. Der Behälter habe etwa die Größe einer Autobatterie.

Im Jahr 2000 waren bei einem Unfall mit Kobalt-60 im thailändischen Samut Prakarn drei Menschen ums Leben gekommen. Die Schrottsammler hatten einen Behälter mit dem radioaktiven Material geöffnet und waren der Strahlung ausgesetzt worden.

Im brasilianischen Goiania starben 1987 vier Menschen, als ein ähnliches medizinisches Gerät als Schrott verkauft und aufgebrochen wurde. 249 Menschen wurden bei dem Unglück verstrahlt. (dpa)

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