Michael Jackson : Die Hinterlassenschaften des King of Pop

Die Vorbereitungen zu Michael Jacksons Beerdigung laufen auf Hochtouren. Derweil gibt es neue Details zu seiner mutmaßlichen Medikamentenabhängigkeit – und ein Testament

Er ist noch nicht beerdigt, doch der Streit um den Nachlass und den Nachwuchs Michael Jacksons ist längst entflammt. Es gibt Berichte, die Jacksons Vaterschaft anzweifeln. Der Internetdienst Usmagazine.com meldete unter Berufung auf mehrere Quellen, dass nicht der Popstar, sondern sein früherer Hautarzt Arnold Klein der biologische Vater der 12- und 11-jährigen Kinder Prince und Paris sei.

Ihre Mutter Debbie Rowe, die bei Klein als Praxishelferin arbeitete, und der Samenspender hätten einen Stillschweigevertrag unterschrieben, damit die Wahrheit nie ans Licht kommen würde, hieß es. Klein lehnte es ab, auf diese Behauptungen einzugehen.

Rowe wies unterdessen einen Bericht des Internetdienstes tmz.com zurück, dass sie nicht die leibliche Mutter ist, sondern befruchtete fremde Eizellen ausgetragen habe. Diese Gerüchte seien "besonders verletzend und heimtückisch", teilte Rowe durch ihre Anwältin Marta Almli mit. Über die Mutter von Jacksons jüngstem Kind, der siebenjährigen Blanket, gibt es keine Angaben.

Derzeit sind die Kinder in der Obhut ihrer Großmutter. Die 79-jährige Katherine Jackson hatte am Montag vorübergehend die Vormundschaft für die drei Enkel zugesprochen bekommen. Die nächste Gerichtsanhörung ist für den 6. Juli angesetzt. Rowe erwägt nach Angaben ihres Anwalts, das Sorgerecht für die beiden älteren Kinder zu beantragen.

Nachdem Michael Jacksons Eltern Joe und Katherine zunächst behauptet hatten, ihr Sohn habe kein gültiges Testament hinterlassen, lag einem Gericht in Los Angeles ein Dokument des King of Pop aus dem Jahr 2002 vor. In diesem stellt der Star die drei Kinder unter die Obhut seiner Mutter Katherine. Sollte die jedoch vor ihm sterben oder das Sorgerecht nicht übernehmen können, nannte er die Sängerin Diana Ross als Alternative. Ob das Testament gültig ist, muss noch gerichtlich geprüft werden.

Mutter Rowe wird in dem Testament nicht bedacht. Die Ranch Neverland bei Los Angeles und andere Vermögenswerte gehen an einen Treuhandfonds, den Michael Jackson Family Trust, wie der Internetdienst tmz.com berichtete. Als Vermögensverwalter schlug Jackson drei Vertraute vor, die nicht der Familie angehören. Das Vermögen, vor allem Musikrechte, wird in dem Papier auf mehr als 500 Millionen Dollar beziffert. Allerdings hat Jackson auch nicht geringe Schulden.

Medienberichten zufolge fanden Ermittler in Jacksons Luxusvilla in Los Angeles auch Arzneimittel, darunter das gefährliche Narkotikum Propofol. Es kann euphorisierend wirken und angenehme Träume auslösen, beschreibt Jörg Fechner, Geschäftsführender Oberarzt der Anästhesiologischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen, die Wirkung. Propofol kann abhängig machen, eine Überdosierung kann zu Herzversagen und Atemstillstand führen. Zusammen mit Opiaten verstärken sich die Nebenwirkungen. Die Gefahr eines Atemstillstandes vergrößert sich laut Fechner.

Ob das Mittel tatsächlich für den Tod des am vergangenen Donnerstag überraschend verstorbenen Popstars verantwortlich ist, ist noch nicht geklärt. Es wird noch mehrere Wochen dauern, bis das Ergebnis der toxikologischen Untersuchungen bei der Autopsie vorliegen wird. Auch eine unabhängige Autopsie, die von Jacksons Familie in Auftrag gegeben wurde, brachte noch kein Resultat. Die Krankenhausärzte hatten bei Michael Jackson einen Herzstillstand diagnostiziert.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für eine Trauerfeier. Am Freitag sollen Fans aus aller Welt dem King of Pop auf seiner einst so geliebten Neverland Ranch die letzte Ehre erweisen können. Schon am frühen Mittwochmorgen fuhren mehr als zwei Dutzend Übertragungswagen in dem unwegsamen Gelände rund um die Neverland Ranch in der Nähe von Santa Barbara auf, berichtete der US-Nachrichtensender CNN.

Am Donnerstag bringt ein Konvoi von 30 Wagen den Leichnam des Sängers zur Ranch, wo er laut New York Post in einem seiner beliebten Fantasiekostüme für den Abschied der Fans aufgebahrt werden soll. Für den Sonntag ist eine Trauerfeier im Kreis der Familie geplant. Zum Ort der endgültigen Beerdigung gab es weiter
keine Angaben.

ZEIT ONLINE, cl, dpa

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