Milchprodukte : China setzt Höchstgrenze für Melamin fest

Nachdem in China mindestens vier Kleinkinder durch melaminbelastetes Milchpulver gestorben sind, hat die Regierung die erlaubten Höchstwerte der Chemikalie begrenzt. Auch in Ungarn ist die Chemikalie in Snacks aus China aufgetaucht.

PekingNach dem Skandal um verseuchte Milchprodukte in China hat die Regierung in Peking einen Höchstwert der Chemikalie Melamin in Lebensmitteln festgesetzt. Der erlaubte Grenzwert in Milchprodukten für Kinder betrage ein Milligramm pro Kilo, sagte der stellvertretende Leiter der Gesundheitsbehörde, Wang Xuening. Für andere Milchprodukte liegt der Grenzwert demnach bei 2,5 Milligramm. Melamin sei kein erlaubter Lebensmittelzusatz, könne durch seine Verwendung in Verpackungen jedoch in die Nahrung gelangen, sagte Wang.

Unterdessen wurde die Chemikalie auch in Ungarn entdeckt. Bei einer Routinekontrolle Ende September haben Behörden in Käse-Haselnuss-Chips aus China große Mengen der gefährlichen Chemikalie Melamin gefunden, wie das Agarministerium miteilte. Einer Stichprobe in der nordöstlichen Region Hadju-Bihar zufolge, enthielt das Produkt namens P-Nut Crackers Chips Snack World 19,9 Milligramm Melamin pro Kilo, der zulässige Grenzwert beträgt dagegen lediglich 2,5 Milligramm. Laut Ministerium wurden das Lager des Snack-Importeurs geschlossen und die EU-Gesundheitsbehörden verständigt.

In China waren Milch und Milchprodukte offenbar flächendeckend mit der gefährlichen Industriechemikalie Melamin versetzt worden, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Zunächst war die Substanz in Babymilchpulver entdeckt worden, später aber auch in Frischmilch, Joghurt, Süßigkeiten und anderen Produkten. Durch belastetes Milchpulver erkrankten in der Volksrepublik mindestens 53.000 Kinder, vier Kleinkinder starben. (ut/AFP)

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