Milchskandal : Regierung verspricht bessere Kontrollen

Die chinesische Regierung will der Melaminbeimischung zur Frischmilch nun ein Ende setzen. Unterdessen hat die Polizei im Zuge des Milchskanda laut staatlichen Medienberichten weitere 27 Verdächtige festgenommen.

Damit seien seit dem Beginn der Ermittlungen bislang 36 Verdächtige gefasst worden, berichtete die "China Daily" am Dienstag. Im Zentrum des Skandals um verseuchte Milch, bei dem Milchprodukten die gefährliche Chemikalie Melamin beigemengt wurde, steht der Konzern Sanlu. Der Zeitung zufolge wurde das Melamin in der nördlichen Provinz Hebei in illegalen Fabriken hergestellt und an Rinderzüchter sowie Milchsammelstationen verkauft. An der verseuchten Milch starben in China vier Kinder, mindestens 53.000 Kinder erkrankten, weltweit mussten zahlreiche Lebensmittel aus dem Handel genommen werden.

Wie "China Daily" weiter berichtete, wurden in 31 Provinzen des Landes Arbeitsgruppen eingerichtet, die das gesamte System der Milchproduktion und -vermarktung überprüfen und reformieren sollen. Die Milchsammelstationen spielten den Ermittlungen zufolge eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung der verseuchten Milch. Mitarbeiter mischten verwässerter Milch dort offenbar Melamin bei, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Bisher gebe es keine Behörde, die die erst vor wenigen Jahren eingerichteten Milchsammelstationen kontrolliere, schrieb "China Daily".

Ende der Melaminbeimischung

Die Regierung werde der Praxis der Melaminbeimischung zur Frischmilch ein Ende setzen, sagte Landwirtschaftsminister Sun Zhengcai der "Volkszeitung". Der gesamte Produktions-, Vermarktungs- und Verarbeitungsprozess der Milch solle sorgfältig kontrolliert werden.

Am Montag war bekannt geworden, dass auch Süßigkeiten der britischen Marke Cadbury mit Melamin belastet sind. Die Produkte stammten aus einer Pekinger Fabrik der Firma und waren in Hongkong, Taiwan und Australien vermarktet worden. Seit Bekanntwerden des Skandals haben mehr als ein Dutzend afrikanischer und asiatischer Staaten sowie die Europäische Union Einfuhrbeschränkungen für chinesische Milchprodukte verhängt. Am Dienstag warnte Südkorea, Melamin sei in zwei weiteren in China produzierten Gebäcksorten entdeckt worden.

Abgesehen von den Krankheitsfällen in China wurden bisher auch fünf Kinder in Hongkong, eines in Macau und vier Patienten in Taiwan mit Nierensteinen ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie chinesische Milchprodukte konsumiert hatten. Melamin ist eine eigentlich bei der Kunststoffherstellung genutzte Industriechemikalie. Durch Beimischung in Lebensmitteln kann bei Analysen ein höherer Proteingehalt vorgetäuscht werden. Beim Verzehr kann Melamin die Bildung von Nierensteinen auslösen. (nal/AFP)

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