Mildtätigkeit : Milde Gaben für nervende Bettler

Unser Kooperationspartner "das-tut-man-nicht.de" lässt Experten Stellung nehmen zu ethischen und moralischen Konflikten. Heute antwortet die Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg auf die Frage, ob es besser ist zu spenden, als Bettlern etwas zu geben.

Bettler
Betteln als letzter Ausweg. -Foto: dpa

Frage: Ich werde täglich angebettelt von Bettlern, die gerade jetzt zur Weihnachtszeit auf den Straßen herumsitzen. Ich finde, man sollte ihnen nichts geben und würde lieber einen größeren Betrag spenden. Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen. Tut man das, an den Leuten vorbeigehen, wenn sie das so im Regen sitzen und frieren?




Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg antwortet

: Um anderen Menschen zu helfen - und auch um sein durch Weihnachtseinkäufe schlechtes Gewissen zu beruhigen - sollte man einen Betrag X projektbezogen spenden. Projekte gibt auch in der eigenen Stadt. Man kann so Gutes tun, ohne dass viel Geld auf der Strecke bleibt. Bedauerlicherweise sind diejenigen, die betteln, oft nicht die Ärmsten (die Ärmsten sind oftmals zu scheu zum Betteln). Beruhigend ist dabei durchaus, dass wir ein engmaschiges soziales Netz in unserem Lande haben. Sitzen die bettelnden Menschen im Regen und frieren, können Sie sie auch mit Fritten oder einem Tee vom Weihnachtsmarkt erfreuen. Es muß nicht immer Geld sein, aber Sie dürfen auch vorüber gehen, ohne was zu geben. Viele Institutionen bemühen sich - gerade auch im Winter - um die Ärmsten der Armen. So betreibt das Deutsche Rote Kreuz in Berlin beispielsweise ein tolles Projekt namens "Kältebus", das nachts Menschen ohne Schlafplatz einsammelt und in feste Quartiere bringt. Auch Sie können sich ehrenamtlich engagieren und mitmachen. Das kostet gar nichts außer Zeit - und hilft vielen. Das kann man tun


Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg ist Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Die Sozialpädagogin engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich. Seit 2006 ist sie Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes. Zudem ist sie Mitglied im Kuratorium der Initiative Lokale Bündnisse für Familie, dem Präsidium und Hauptausschuss des Deutschen Vereins, dem Kuratorium des Deutschen Müttergenesungswerkes und Mitglied im Koordinierungsausschuss des Bundesnetzwerks Bürgerliches Engagement (BBE). Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

Quelle: www.das-tut-man-nicht.de

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