Welt : Millionen Chinesen kämpfen gegen das Wasser

PEKING (rtr).Im Kampf gegen das verheerende Sommer-Hochwasser in China sind nach amtlichen Angaben fast 2,5 Millionen Soldaten und Zivilisten im Einsatz, um die Dämme am Jangtse zu verstärken.Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Donnerstag, die Lage sei weiterhin ernst, da die Uferbefestigungen durch die seit Tagen dahinrasenden Fluten aufgeweicht seien.Die Zeitung "China Daily" berichtete, das Gesundheitsministerium habe 100 000 Ärzte und andere Experten entsandt, um dem Ausbruch von Epidemien in den überfluteten Gebieten im Zentrum, im Süden und Osten des Landes vorzubeugen.

Das Zivilschutzministerium berichtete, in den zentralen Provinzen Hubei, Hunan sowie in der östlichen Provinz Jiangxi seien annähernd drei Millionen Menschen aus gefährdeten Gebieten evakuiert worden.Zudem seien über eine Million Häuser zerstört worden.Die "China Daily" berichtete, das Ministerium schätze die bisher von den Überschwemmungen angerichteten Schäden in den drei Provinzen auf umgerechnet etwa 8,5 Milliarden Mark.Xinhua zitierte einen Vertreter des Gesundheitsministeriums mit den Worten, die außergewöhnlich schweren Überschwemmungen dieses Jahres hätten die Gefahr erhöht, das Seuchen wie Cholera, Malaria, Durchfall und Gelbsucht ausbrächen.Eine Vertreterin der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" teilte mit, am See Dongting in der Provinz Hunan hätten sich schätzungsweise 36 000 Menschen vor den Fluten auf die Deichkronen gerettet.Es gebe kein sauberes Trinkwasser, und die Zustände seien unhygienisch.In einer Lage, wo die Menschen so eng zusammenlebten, könnten Krankheiten schnell ausbrechen.

Das staatliche Fernsehen zeigte Massen von Soldaten in Kampfanzügen, die Schlamm auf die Uferbefestigungen schaufelten.

Auf Luftaufnahmen ragen nur noch Hausdächer und Baumwipfel aus überfluteten Gebieten, in denen einst Dörfer und Reisfelder die Landschaft prägten.Die Meteorologen rechnen für die kommenden Tage mit weiteren heftigen Regenfällen.Die Behörden korrigierten unterdessen die Opferzahlen der Katastrophe nach unten.Bis zum Montag seien 1 272 Menschen durch die Flut ums Leben gekommen, teilte am Donnerstag das Ministerium für zivile Angelegenheiten mit.Es dementierte Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, denen zufolge 2500 Menschen umgekommen seien.

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