Missbildung : Ein Kalb mit sechs Beinen

In Bayern hat die Natur verrückt gespielt: Auf einem Bauernhof kam ein Kalb mit sechs Beinen zur Welt. Die Geburt verlief ohne Komplikationen und "Lissy" steht gesund auf vier ihrer sechs Beine.

Kalb mit sechs Beinen
Äußerst selten: Zwei der sechs Beine von "Lissy" sind nur an einer Hautfalte festgewachsen. -Foto: dpa

HebertsfeldenAuf einem bayerischen Bauernhof ist ein Kalb mit sechs Beinen auf die Welt gekommen. Das Kälbchen "Lissy" stehe normal auf vier Beinen und habe hinten noch zwei weitere nicht vollständig ausgebildete Beine, bestätigte die Bäuerin Maria Suttner aus Hebertsfelden Informationen des Radiosenders "Antenne Bayern". Nach Angaben der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität sind solche Missbildungen extrem selten. Vermutlich stammten die verkrüppelten Beine von einem Zwillings-Embryo, sagte der Dekan der Tierärztlichen Fakultät, Joachim Braun.

Das Kälbchen ist eine Woche alt und nach Angaben der Landwirte ganz normal ohne Hilfe auf die Welt gekommen. "Die Geburt ist völlig unkompliziert verlaufen", sagte Suttner. Der behandelnde Tierarzt Anton Santner ergänzte, das Tier sei gesund und munter. Es gebe keine Beeinträchtigungen für das Kalb. Später sei es denkbar, dass die beiden verkrüppelten Beine amputiert würden. Das sei noch nicht entschieden. Die beiden Beine sind laut Santner nicht per Knochen mit dem restlichen Körper verbunden, sondern nur mit einer Hautfalte verwachsen. Dem Veterinär zufolge kommt es gelegentlich bei Kühen zu Fehlbildungen, doch seien sechs Beine von "Lissy" etwas besonderes. "In dieser Form habe ich das noch nicht gehabt", meinte der Tierarzt.

Ursprünglich Zwillinge

Laut Professor Braun ist eine Schätzung über die Häufigkeit dieser Art Missbildung bei Rindern nicht möglich. Da bei "Lissy" die überzähligen Beine am Hinterteil hängen, geht Braun davon aus, dass es sich ursprünglich um Zwillinge handelte. "Es spricht dafür, dass da mal ein zweites Kalb angehängt war." Von diesem Tier hätten sich nur die Beine weiterentwickelt und seien mit dem anderen Embryo verwachsen.

Erst im Frühjahr war von einem Rind aus den USA berichtet worden, das sechs Beine und zudem männliche und weibliche Geschlechtsteile hatte. (mit dpa)

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