Missbrauch : Mutmaßlicher Kardelen-Mörder offenbar weiter flüchtig

Der Fernsehsender n-tv und die türkische Zeitung "Hürriyet" haben ihre Berichte zurück gezogen. Sie hatten vermeldet, dass der mutmaßliche Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn in der Türkei festgenommen worden sei.

Ali Kur
Er soll Kardelen umgebracht haben: Ali K. -Foto: dpa

Paderborn Der Fernsehsender n-tv und die türkische Tageszeitung "Hürriyet" haben ihre Meldungen zurückgezogen, der Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn sei gefasst. "Wir haben diese Nachricht aus dem Programm genommen", sagte n-tv- Sprecherin Sonja Friedrich am Freitag in Köln. Kurz zuvor hatte der Sender berichtet, der 29-jährige Ali Kur sei in der Osttürkei festgenommen worden. "Es sieht so aus, als sei das ein Fehler gewesen", sagte die Sprecherin. In Deutschland hatten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft eine Festnahme bestätigt. Ali Kur soll Kardelen Mitte Januar missbraucht und getötet haben. Nach dem türkischen Staatsbürger wird seit Anfang Februar mit Internationalen Haftbefehl gefahndet.

Die Sprecherin erklärte, n-tv habe sich auf zwei türkische Quellen berufen, die Nachrichtenagentur IHA und die Tageszeitung "Hürriyet". Kurz darauf habe sich aber gezeigt, dass auch die Agentur sich auf Angaben der "Hürriyet" berufen hatte. Daraufhin habe n-tv seine Meldung aus dem Programm genommen. Auch "Hürriyet" löschte die Meldung am Mittag von ihrer Internetseite. Die Leiche des türkischstämmigen Mädchens war am Möhnesee im Sauerland gefunden worden.

Mutmaßlicher Täter war ein Nachbar

Bei dem Mann handelt es sich um einen Nachbarn von Kardelens Familie. Die Ermittler waren über eine am Fundort der Leiche entdeckte Visitenkarte eines türkischen Juweliers auf die Spur des Mannes gekommen. Anhand von DNA-Spuren konnte inzwischen festgestellt werden, dass das Mädchen in der Wohnung des 29-Jährigen getötet wurde. Laut Staatsanwaltschaft wurde das Kind missbraucht und erstickt. Die Mordkommission geht davon aus, dass sich Ali K. mit seiner Frau in die Türkei abgesetzt hat.

Die Grundschülerin war am 12. Januar von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden. Am Tag ihres Verschwindens hatte das Mädchen am Mittag die Wohnung ihrer Eltern in Paderborn verlassen, um mit einer Freundin zu spielen. Etwa eine halbe Stunde später war sie zum letzten Mal gesehen worden. Zwei Tage später hatten Zeugen an der Staumauer des etwa 60 Kilometer vom Wohnort Kardelens entfernt gelegenen Möhnesees im Sauerland die teilweise zerrissene Kleidung des Mädchens gefunden. Bei der anschließenden Suchaktion wurde die unbekleidete Leiche in einer Tannenschonung am Seeufer gefunden. (saw/ddp/dpa)

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