Missbrauchsprozess : Stephanie wird nicht als Zeugin auftreten

Die entführte und vergewaltigte Stephanie wird während des Prozesses gegen ihren Peiniger nicht aussagen. Durch die Flucht des Angeklagten auf das Gefängnisdach sei sie in "höchstem Maße" verängstigt.

Dresden - Das teilte ihr Anwalt Ulrich von Jeinsen vor dem Landgericht Dresden mit. Sie sei dazu nicht in der Lage. Das bescheinige ein psychologisches Gutachten. Ausgelöst durch die spektakuläre Flucht des Angeklagten auf ein Dach der Haftanstalt sei sie in "höchstem Maße" verängstigt.

Zu Beginn des dritten Verhandlungstages wurde ein Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen den Vorsitzenden Richter abgelehnt. Es gebe keinen Zweifel an der Unparteilichkeit des Richters. Der Verteidiger hatte kritisiert, dass der Angeklagte Mario M. nach seiner mehr als 20-stündigen Aktion im Gericht Hand- und Fußfesseln tragen musste.

Tagebuch soll verlesen werden

Der Nebenklageanwalt Jeinsen sagte, Stephanie habe Angst, dass der Angeklagte auch im Gericht seinen Bewachern entkommen könne. Er kündigte an, ein von seiner Mandantin nachträglich angefertigtes Tagebuch zu den ersten drei Tagen ihres Martyriums unter Ausschluss der Öffentlichkeit verlesen zu wollen. Der Vater des Opfers nahm erstmals am Prozess teil.

Mario M. steht wegen Geiselnahme, Kindesentführung und schweren sexuellen Missbrauchs sowie Vergewaltigung vor Gericht. Er soll die damals 13 Jahre alte Stephanie im Januar und Februar 36 Tage lang gefangen gehalten und über hundert Mal vergewaltigt haben. Am ersten Verhandlungstag hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt. (tso/ddp)

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