Misshandlung : Stiefvater zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt

Der Stiefvater eines dreijährigen Mädchens aus dem niedersächsischen Ahlhorn ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Misshandlung zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

OldenburgDer Stiefvater eines dreijährigen Mädchens aus dem niedersächsischen Ahlhorn ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Misshandlung zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Oldenburg sah es als erwiesen an, dass der 31-jährige Lebensgefährte der Mutter des Mädchens sein Opfer über Monate einem "Martyrium" ausgesetzt hatte. Zwischen September und Dezember 2006 sei es fast täglich zu körperlichen Übergriffen des drogenabhängigen Lkw-Fahrers auf das Kleinkind gekommen.

Der Vorsitzende Richter sagte, das Mädchen habe mehr als 40 Verletzungen am gesamten Körper gehabt. Darunter seien neun Bisswunden gewesen, unter anderem in der Brust und im Po. "Beide Ohren waren blutig und aufgequollen", sagte der Richter. Einmal habe der Angeklagte das Mädchen so lange an den Haaren gezogen, bis ein ganzes Büschel von der Kopfhaut abgerissen sei. Der Lebensgefährte der Mutter habe das Kleinkind offenbar in "überschäumender Wut zügellos" verletzt. Fast täglich habe er es auf seine Lkw-Touren mitgenommen und "wie einen Hund gehalten".

Wusste die Mutter davon?

Das Gericht sah mindestens zwei schwere sexuelle Missbrauchsfälle als erwiesen an. Entsprechende Verletzungen im Genitalbereich seien nicht anders erklärbar, sagte der Richter. Das Kind sei schwer traumatisiert und werde "ein Leben lang damit zu tun haben". Die Dreijährige lebt inzwischen in einem Heim.

Die Taten waren durch das couragierte Verhalten eines Lebensmittelhändlers publik geworden. Er hatte bei dem Kind Schwellungen im Gesicht bemerkt, als die Familie bei ihm einkaufte. Daraufhin informierte er die Polizei. Gegen die Mutter läuft ein eigenes Ermittlungsverfahren. Es wird geprüft, ob sie die Misshandlungen duldete. (mit ddp)

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