Misshandlungsopfer : Vermutlich Leiche der kleinen Nadine entdeckt

Die seit Jahren verschollene Leiche der kleinen Nadine aus Gifhorn ist möglicherweise gefunden worden. Der Stiefvater des Mädchens war bereits wegen der Misshandlung des Kindes zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Gifhorn - Der Großvater des Mädchens habe die Polizei darüber informiert, in einem Waldstück bei Bad Gandersheim im Harz die Leiche des Mädchens gefunden zu haben, sagte der Sprecher der Polizei Gifhorn, Sven-Marco Claus. Die zuständige Polizei Nordheim habe die Ermittlungen aufgenommen und tatsächlich Überreste gefunden, bei denen es sich augenscheinlich um eine Kinderleiche handele. Erst die Obduktion könne aber Aufschluss darüber geben, ob es sich um Nadine handele. Das Ergebnis wird demnach in einigen Tagen erwartet.

Nadines Stiefvater war Anfang Mai zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Obwohl die Leiche des Kindes nie gefunden wurde, gelangte das Gericht zu der Überzeugung, dass der 32-Jährige das Kind über ein halbes Jahr immer intensiver misshandelt hatte und Nadine dann im Januar 2002 im Alter von 14 Monaten starb. Die Eltern hatten stets angegeben, Nadine sei erst Anfang 2003 an den Folgen eines Sturzes aus dem Hochbett gestorben. Aus Angst davor, das Jugendamt könne ihnen ihre anderen Kinder wegnehmen, hätten sie das Mädchen heimlich am Rande des Harz vergraben.

Der Fall sorgte auch deshalb für Schlagzeilen, weil das Verschwinden des Kindes erst viereinhalb Jahre nach seinem Tod auffiel. Da präsentierten die Eltern bei der Untersuchung zur Einschulung im Herbst 2006 ihre erst dreijährige kleine Schwester als Nadine. (tso/AFP)

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