Welt : Mission erfüllt

Der US-Astronaut Robinson hat in einem risikoreichen Einsatz einen Füllstreifen an der Discovery entfernt

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Houston Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt ist ein beschädigter Spaceshuttle im Weltall repariert worden. Bei einem risikoreichen Notfalleinsatz entfernte der US-Astronaut Stephen Robinson mit seinen Fingerspitzen zwei überstehende Füllstreifen zwischen Hitzekacheln an der Unterseite der Raumfähre Discovery. „Sie sind sehr einfach herausgekommen, sogar mit weniger Gewalt“, sagte Robinson am Mittwoch während der Live-Übertragung seines mehr als einstündigen Weltraumeinsatzes. Ein Erfolg dieser als historisch bezeichneten Reparatur ist für eine sichere Rückkehr der US-Raumfähre Discovery zur Erde am kommenden Montag lebenswichtig gewesen. Aerodynamiker der Nasa hatten befürchtet, dass beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an den hervorstehenden Füllstreifen Turbulenzen entstehen könnten. Als Folge hätte sich der Hitzeschild zusätzlich erwärmt und die Struktur der Hitzekacheln gefährdet. Aus Furchtt vor einer ähnlichen Katastrophe wie bei der verunglückten Raumfähre Columbia vor zweieinhalb Jahren wollte die Nasa jegliches Risiko für die Hitzekacheln an dem besonders beanspruchten Bauch der Discovery ausschließen.

Das größte Sicherheitsrisiko für die Rückkehr der Raumfähre mit den sieben Besatzungsmitgliedern an Bord ist damit erfolgreich beseitigt worden. Mit Erleichterung reagierte die Nasa auch auf Testergebnisse, wonach die Kanten der Flügel der Raumfähre nicht beschädigt worden sind. Dafür trat überraschend ein neues Problem mit einem beschädigten Teilstück zum Hitzeschutz in der Nähe des Fensters auf. Bis Donnerstag soll nach den Worten des stellvertretenden Programmmanagers Wayne Hale eine Risikoanalyse vorliegen.

Vor der Notreparatur hatten Robinson und der japanische Astronaut Soichi Noguchi an der Außenwand der Internationalen Raumstation ISS erstmals auch ein Stück deutscher Spitzentechnologie angebracht. Es handelt sich dabei um eine externe Nutzlastpalette, die von der EADS Space in Bremen entwickelt wurde. Die „Europalette für den Weltraum“ soll für 15 Jahre an der Außenwand der ISS bleiben. Damit können erstmals alle Werkzeuge und Ersatzteile für den weiteren Ausbau der Station außerhalb der ISS gelagert werden.

Die Palette ist eine große Arbeitserleichterung, weil die Werkzeuge und besonders kritischen Ersatzteile für die Astronauten bei Weltraumeinsätzen immer greifbar sind. Die halbstündige Verzögerung zu Beginn des Weltraumeinsatzes machten die beiden Astronauten bei ihrem insgesamt dritten Ausstieg ins All in der Folge wieder wett.

Vor Abschluss der Notreparatur hatten sich auch führende deutsche Astrophysiker optimistisch geäußert. „Die Stimmung wird gut sein, denn die Besatzung hat Gelegenheit, sich richtig zu bewähren“, sagte ESA-Astronaut Ulf Merbold im ZDF-„Morgenmagazin“. dpa

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