Mittelmeer : Viele Tote bei Flüchtlingsdrama vor Libyen

Vor der Küste Libyens sind mindestens zwei Boote mit Flüchtlingen gesunken, die auf dem Weg nach Italien waren. Bislang wurden 21 Leichen geborgen. Mehrere hundert Menschen werden noch vermisst.

RomBei dem Flüchtlingsdrama im Mittelmeer wurden vor der Küste Libyens zunächst 21 Leichen und 23 Überlebende geborgen. Auf einem Boot sollen italienischen Medien zufolge 257 Menschen gewesen, auf dem zweiten befanden sich 340 Flüchtlinge.

Die Suche nach den Vermissten dauert an. Die beiden Boote waren in der Nähe von Tripoli gestartet und hatten Kurs auf Italien genommen. Über die Unglücksursache liegen noch keine Angaben vor. Nach einem Bericht des italienischen Fernsehens wurde ein drittes Boot, das ebenfalls in Seenot geraten war, mit rund 350 Menschen an Bord von einem italienischen Frachter entdeckt.

Bootsflüchtlinge steuern immer wieder Italien an

Am Montag waren bereits über 400 Bootsflüchtlinge in Süditalien angekommen. Ein 20 Meter langes Holzboot mit 249 Menschen, darunter 31 Frauen und acht Minderjährige, erreichte in den frühen Morgenstunden den Hafen von Portopalo an der Südspitze von Sizilien. Zuvor waren in der Nacht 153 Verzweifelte an einem anderen Strand der größten Insel Italiens angeschwemmt worden.

An den Küsten Italiens trafen im Vorjahr nach Angaben des Innenministeriums rund 36.500 Bootsflüchtlinge ein. Der Großteil von ihnen startete die gefährliche Reise über das Mittelmeer von Libyen aus. Oft geraten die überladenen Boote in Seenot und kentern. (smz/dpa)

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