Pro und Contra : Rekordjagd an der Zapfsäule

24.02.2012 13:58 UhrVon Lena Guntenhöner, Markus Mechnich
Das sehen manche rot: Die Benzinpreise haben sich in dieser Woche auf einem Niveau oberhalb der Marke von 1,60 Euro eingepegelt. Foto: dpa
Das sehen manche rot: Die Benzinpreise haben sich in dieser Woche auf einem Niveau oberhalb der Marke von 1,60 Euro eingepegelt. - Foto: dpa

Preisrekorde an der Tankstelle sorgen für Ärger bei den Verbrauchern. Viele fühlen sich geschröpft, andere hingegen hoffen auf ein Umdenken bei den Autofahrern, weniger Umweltverschmutzung und weniger Verkehr auf den Straßen. Ein Pro & Contra zum Benzinpreishoch.

An der Tankstelle gibt es derzeit wenig Grund zur Freude. Die Rekordpreise haben die Emotionen in dieser Woche hochkochen lassen. Die Bild-Zeitung berichtet vom ersten Benzinpreis-Toten und auch abseits des Boulevard-Journalismus werden intensiv die Folgen des Höhenflugs diskutiert. Im Gegensatz dazu sehen Umweltverbände das Preishoch an den Zapfsäulen als erfreuliche Entwicklung. "Wenn sich das Elektroauto durchsetzen soll, muss der Benzinpreis noch weiter steigen", sagt etwa der verkehrspolitische Sprecher des Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Rohöl immer teurer

Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig.

Der Atomstreit mit dem Iran hat an den Rohstoffbörsen für ein Hoch bei den Preisen für Rohöl gesorgt. Gleichzeitig ist der Euro relativ schwach und sorgt für einen zusätzlichen Aufschlag beim Ölimport. "Am Rotterdamer Ölmarkt kostete Superbenzin zeitweise fast 62 Euro-Cent je Liter", sagte Tobias Wolny vom Mineralölkonzern Aral, dem größten Tankstellenbetreiber in Deutschland.

Daneben sorgt auch die erst kürzlich zu Ende gegangene Kälteperiode für einen Preisanstieg. Viele Verbraucher haben im Februar noch einmal Öl nachbestellen müssen und so die Nachfrage in die Höhe getrieben. Fast 94,20 Euro kosteten diese Woche 100 Liter Heizöl (bei Abnahme von 3000 Liter). Das schlägt sich auch auf die Beschaffungspreise bei den Ölkonzernen nieder.

Keine Entspannung in Sicht

Gerade das Hoch beim Rohöl lässt Experten davon ausgehen, dass es auch langfristig keine Entspannung der Preise an den Tankstellen geben wird. "Es zeichnet sich bei Öl ein konstant hohes Niveau ab", sagte Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. Im Gegensatz zu 2008 geht der Experte davon aus, dass sich der Ölpreis weiter nach oben entwickelt. "Damals ging es nur um eine kurze Preisspitze, jetzt sehen wir dauerhaft hohe Preise", sagt Wiek.

In der Bevölkerung ist das Echo ebenso geteilt. Bei vielen herrscht regelrecht Wut an der Tankstelle, andere sehen die Entwicklung positiv und hoffen auf weniger Umweltverschmutzung und Staus auf unseren Straßen. Schadenfreude trifft auf Volkszorn, die Bevölkerung spaltet sich in Autofahrer und Autogegner.

Ist Mobilität künftig noch bezahlbar oder soll sie gar noch teurer werden, um dem Verkehrskollaps und der fortschreitenden Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten? Lesen Sie unser Pro&Contra zu dem Thema und diskutieren Sie am Ende des Artikels mit.

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