Tipps und Tricks : Was tun, wenn das Auto streikt
06.02.2012 10:45 Uhr
Kälte lähmt Mensch und Maschine, die angekündigten kalten Tage lassen Schlimmes ahnen. Fällt die Temperatur zweistellig unter null, geben mehr und mehr Autos beim Anlassen nur mehr ein müdes Wimmern von sich. Ursache ist die Batterie: Sie liefert nicht mehr genügend Strom für den Anlasser.
Je kälter, desto steifer wird das Öl im Motor. Desto mehr Kraft braucht der Anlasser. Um so träger laufen aber auch die chemischen Prozesse in der Batterie ab. Sie liefert den Strom für den Anlasser - bei Kälte immer weniger.
Bei -20 Grad ist bei den meisten Autos Schluss, auch wenn sie in Ordnung sind.
Wärmeflasche für die Batterie
Wie man trotzdem flott wird, ist bekannt: Anschieben, Anrollen, Anschleppen, Starthilfe-Kabel. Der alte Trick, den Akku auszubauen und im warmen Zimmer aufzuwärmen, taugt für moderne Autos aber nicht: Ihre Elektronik nimmt es unter Umständen übel, wenn sie nicht an Strom angeschlossen ist. Zumindest verlangt das Radio nach erneuter Code-Eingabe. Immer noch funktioniert aber die (Gummi-) Wärmflasche: Heiß auf den Akku legen, alte Decke drüber, eine Viertelstunde warten - geht schneller als den Pannendienst zu rufen.
Wenn der Anlasser schon bei -10 Grad nur wimmert, dann ist entweder falsches (zu dickes) Öl im Motor. Oder, wahrscheinlicher, die Batterie lahmt. Erste Möglichkeit hierfür: Sie ist leer. Scheinwerfer, Heizscheiben, Gebläse, beheizte Sitze, bei vielen Dieseln auch elektrische Zuheizer brauchen so viel Strom, dass kaum etwas für die Ladung übrig bleibt. Der Akku wird immer leerer – vor allem bei vielen Kurzstrecken. Kälte lähmt nicht nur die Stromabgabe der Batterie, sondern auch die Aufnahme. Es dauert viel länger, bis sie wieder voll ist.
Resistent gegen Ladung
Die zweite Möglichkeit: Der Akku hat seine besten Tage hinter sich. In ihm befinden sich, einfach ausgedrückt, Bleiplatten und Schwefelsäure. Bei der Stromabgabe entsteht aus ihnen Bleisulfat, beim Laden wird es wieder in Blei und Schwefelsäure zurückverwandelt. Leider gibt es dabei einen Schönheitsfehler: Die ursprünglich sehr kleinen Bleisulfat-Teilchen wachsen zu größeren Kristallen zusammen, wenn die Batterie längere Zeit schlecht geladen ist.
Diese größeren Bleisulfat-Kristalle lassen sich durch Laden nicht mehr auflösen. Je mehr Blei durch sie gebunden wird, desto kleiner wird die "aktive Masse" in den Bleiplatten. Sie geben weniger Strom beim Anlassen ab, sie speichern auch weniger. Laden hilft bei einem "sulfatierten" Akku also nur bedingt.
Vorsorge mit Ladegerät
Erstes Mittel gegen besagte Bleisulfat-Kristalle ist möglichst gute Ladung: Nebellampen nur an, wenn sie nötig sind, Heizscheiben und -sitze aus, wenn es warm im Wagen ist. Für volle Batterien sorgen auch genügend lange Fahrten. Bei Kurzstrecken besteht die beste Vorsorge in einem eigenen Ladegerät. Das einfachste genügt. Bei Frost jede Nacht angeschlossen, vermeidet es Startschwierigkeiten mit Sicherheit. Nötig ist allerdings ein Stromanschluss.
Bei müden Akkus bauen Werkstätten und Pannendienste in aller Regel neue ein. Die Ausgabe ist nicht immer nötig. Bleisulfat-Kristalle lassen sich wieder knacken: mit hochfrequenten Spannungsimpulsen aus einem so genannten Batterie-Pulser. Tests zeigen, dass alte Batterien ihre Leistungsfähigkeit tatsächlich zurück gewinnen können. Entsprechende Geräte gibt es für Preise von 30 - 60 Euro, das bekannteste ist Megapulse des Saarbrücker Herstellers Novitec. Mit einem solchen 'Refresher', versprechen die Hersteller, und mit regelmäßiger Nachladung bei Kurzstrecken sollten batteriebedingte Startprobleme ausgeschlossen sein - und Akkus so lange halten wie das Auto. wolt
































