Vorstellung Kia Optima : Im Reich des Passat
01.02.2012 13:00 Uhr- Da pirscht sich was heran aus Fernost: Der Passat bekommt mit dem neuen Kia Optima einen ernsthaften Konkurrenten. Der Koreaner im schicken Blechkleid muss nicht nur durch den...
- Der Auftritt des neuen Modells für die Mittelklasse von Kia kann durchweg überzeugen. Das Team um den ehemaligen Audi- und VW-Designer Peter Schreyer hat ein sehr dynamisches,...
- Lang gezogene Haube, flach abfallende Dachlinie - Die Silhouette des Optima verspricht Sportlichkeit, der lange Radstand hingegen ordentliche Platzverhältnisse im Innenraum.
Wer in der Mittelklasse auf dem deutschen Markt Erfolg haben möchte, der muss schon wirklich was bieten. Technisch, optisch und vom Image her haben die deutschen Hersteller den Markt fest im Griff. Aber es rollt was an aus dem fernen Osten, was die deutsche Vormachtstellung gefährden könnte. Der Kia Optima bringt weitaus mehr mit als einen günstigen Preis. Und vor allem sieht er noch gut aus.
Seit der ehemalige VW- und Audi-Designer Peter Schreyer bei Kia die Zeichenfeder führt hat sich vieles getan.
Schon die kleineren Modelle Venga und Rio sehen flott aus. Die gerade noch aktuelle Generation des Ceed trug als erste die von dem Deutschen eingeführte Designsprache auf dem Kühlergrill. Die Gestaltung der Autos weckt Emotionen, vermittelt Hochwertigkeit und ist, durch lange Hauben, kräftige Proportionen und hohe Schulterlinien, dynamisch. Das gilt ganz besonders für den neuen Optima, der coupéhafter Dachlinie und langem Radstand besonders sportiv wirkt.
Platzverhältnisse wie in der Oberklasse
Dank des langen Radstandes von 2,8 Metern genießt man im Fond eine Beinfreiheit, die so manchem Oberklassengefährt zur Ehre gereichen würde. Und auch bei der Gepäckmitnahme muss man nicht knausern. Das Ladeabteil umfasst 505 Liter. Wird noch mehr Platz benötigt, lassen sich die Rücksitzlehnen getrennt umlegen.

Doch nicht nur Blechkleid und Innenraum überzeugen. Auch im Fahrbetrieb zeigt der Optima neue Qualitäten. Beim 1,7-Liter-Turbodiesel (136 PS) - im Sommer folgt die Einführung eines Zwei-Liter-Benziners (170 PS) - ist trotz 1,6 Tonnen Eigengewicht von Antriebsschwäche nichts zu spüren. Die Sechsgang-Handschaltung ist gut abgestuft, die recht direkte Lenkung vermittelt guten Straßenkontakt.
Aufrüstung im Cockpit
Das Ganze kommt sehr europäisch rüber und das war schließlich auch der Plan der Koreaner. Schließlich ist Europa in Sachen Auto-Design und Auto-Technik weltweit führend und deshalb funktionieren die Autos auch außerhalb unseres Kontinents gut. Der Schachzug, einen Designer wie Schreyer anzuheuern, war ein ganz schlauer Coup.

Auch im Innenraum kann der Optima mit wertigen Materialien und ordentlicher Verarbeitung punkten. Ausgesprochen sachlich zeigt sich das Cockpit, was die meisten Fahrer doch erfreuen dürfte. Höchstens das Lenkrad hat vielleicht ein paar Knöpfe zu viel. Dafür zeugen die von neuen Assistenten wie Tempomat, Spurhalteassistent oder selbstlenkende Einparkhilfe. Das zeugt ebenfalls von Fortschritt, auch wenn da durchaus noch Abstand zu den aufgerüsteten Deutschen zu erkennen ist.
Umfangreiche Basis-Ausstattung
Wirklich beachtlich ist das Raumangebot, dass der Kia Optima zu bieten hat. Dank des Radstandes von 2,80 Metern ist die Beinfreiheit im Fond geradezu vorbildlich. Auf den beiden vorderen Sitzen geht es ähnlich geräumig zu und auch beim Gepäck lässt Kia nicht knausern. Die 505 Liter, die der Optima normalerweise schon anbietet werden bei Bedarf durch umklappen der geteilten Rückbank nochmals erheblich erweitert.

Knapp ist allerdings erst mal die Auswahl an Motoren. Zum Start gibt es nur einen 1,7 Liter großen Turbodiesel mit 136 PS. Wer den nicht haben möchte muss bis zum Sommer warten. Dann schiebt Kia nämlich den zwei Liter großen Benziner mit 170 PS nach. Aber schon der Diesel kommt mit den 136 PS ganz ordentlich zurecht. Hilfreich ist dabei das gut abgestufte, manuelle Sechsgang-Getriebe. Gegen Aufpreis findet sich auch eine Automatik im Angebot.
Straffes Fahrwerk, niedriger Verbrauch
In Sachen Fahrwerk hat Kia schon länger Erstaunliches zu bieten. Erstaunlich straff sind die koreanischen Autos abgestimmt. Die Europa-Zentrale bei Frankfurt lässt die Fahrwerke für die hiesigen Märkte extra etwas härter abstimmen. Das macht sich beim Handling sehr positiv bemerkbar, könnte aber auch den ein oder andere komfortorientierten Käufer verschrecken.
Auch der Optima kann mit einer umfangreichen Serienausstattung glänzen. Die Basis-Version Attract verfügt bereits über eine komplette Sicherheitsausstattung, Tempomat, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern. Auch elektrische Fensterheber, Multifunktionslenkrad sowie Nebel- und Frontscheinwerfer sind schon an Bord. Bei den höheren Ausstattungsvarianten Edition 7 und Spirit sind die Highlights der Spurhalteassistent und ein Einparksystem, das ebenfalls mit Assistent helfen kann.
Mit dem Kia Optima dürfte die Marktverteilung in der Mittelklasse kräftig durcheinander gewirbelt werden. Anders als viele Konkurrenten aus Frankreich oder Japan zuvor leistet sich der neue Koreaner kaum Schwächen. Er sieht gut aus und bietet für einen Basispreis von rund 25.000 Euro eine Menge Auto. Dieses Konzept könnte durchaus eine Lücke in die deutsche Vormachtstellung im Segment schlagen.



































