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Mode fürs Zuhause : Ton in Ton

28.08.2012 13:31 Uhrvon
Gestrickte Kreationen. Liset van der Scheer hat den Öko-Look vom Laufsteg nach Hause geholt – die Sitzhocker "Bonnet" sind mit Bezügen aus Merinowolle umhüllt.Bild vergrößern
Gestrickte Kreationen. Liset van der Scheer hat den Öko-Look vom Laufsteg nach Hause geholt – die Sitzhocker "Bonnet" sind mit Bezügen aus Merinowolle umhüllt. - Foto: Casalis

Die Mode gibt zunehmend Trends vor, die die Inneneinrichter übernehmen. Mehr noch – die Modelabels vertrauen auf die Kraft der Marke und lancieren ihre eigene Home-Collection. Im Markenhotel trifft dann alles aufeinander.

In der Mode ist es klar, wofür eine Jeans steht: Sein Träger ist frei, ein bisschen unkonventionell und hat dank des Kleidungsstücks eine sexy geformte Silhouette. Wäre diese eine Jeans eine Lampe, wie würde sie dann aussehen? Die Antwort hat Diesel-Chef Renzo Rosso vor drei Jahren in Mailand gegeben. Während der dortigen Möbel- und Designmesse stellte er die erste Home-Kollektion des italienischen Modekonzerns vor. Zusammen mit Moroso, bekannt als Hersteller von Sofas und Sesseln von Designern wie Patricia Urquiola oder Ron Arad, und dem Leuchtenhersteller Foscarini stellte er die Wohnlandschaft zur Hose vor: Bettwäsche mit Jeansprint, eine ironische Neuinterpretation des Chesterfieldsofas mit seitlich überhängendem Stoffbezug, Kissen mit Nietenmuster, Tische und Stühle mit Bluejeans-Waschung und Leuchten im Industrielook.

In Sachen Home-Kollektion folgt Diesel anderen großen Modemarken: Sowohl im günstigen Segment bei Zara und H&M als auch in hochpreisigen Sphären von Hermès und Versace gibt es inzwischen die Möbel und Wohnaccessoires passend zur Kleidung. Als Grund für diesen Boom sieht Trendforscher Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg dem Umstand, dass die Interiorwelt insgesamt modischer geworden sei. „Die Mode gibt Trends vor, die dann nach und nach auch ins Interiordesign durchsickern“, sagt er.

Ablesbar sei das zum Beispiel an dem Stil-Wandel Ende der Neunziger, beziehungsweise Anfang der Nullerjahre gewesen. „Damals war sowohl die Mode als auch das Interieur sehr puristisch. Gerade Formen, viel Weiß und andere klare Töne bestimmten die Kollektionen. Als sich die Mode wieder verspielter wurde, setzte sich das auch im Möbeldesign durch. Plötzlich sah man überall Ornamente“, sagt er. Zudem strahlt der Glanz der Modemarken auf die Home-Kollektionen ab. „Das Markenbewusstsein in der Mode ist größer als im Interior“, sagt Peter Wippermann. „Davon profitieren die Home-Kollektionen.“

Wie man sich kleidet, so schläft man. Hier eine Variante passend zu der Jeans – das Cloudscape Platform Bett von Diesel.Bild vergrößern
Wie man sich kleidet, so schläft man. Hier eine Variante passend zu der Jeans – das Cloudscape Platform Bett von Diesel. - Foto: Moroso

Die Mode ist schnelllebiger als die Möbelindustrie. Während auf den Laufstegen jedes Jahr mindestens eine Winter- und eine Sommerkollektion gezeigt werden, bringen selbst die großen Möbelfirmen zu den wichtigen Messen in Köln und Mailand meist nicht mehr als ein Dutzend neuer Stücke auf den Markt. Viele davon sind Prototypen, die je nachdem wie die Resonanz der Fachbesucher ist, in Produktion gehen oder auch nicht.

Weniger aufwendig als der Entwurf und die Herstellung eines Sofas oder Betts ist die Produktion von Wohnaccessoires. „Kerzen sind ein guter Indikator dafür, wo die Reise im Interiordesign hingeht“, sagt Peter Wippermann. Ihre Farben und Muster findet man später auf Sofabezügen und Kissen. Für ihn als Trendforscher habe die Mode eine Vorreiterrolle, aber auch Subkulturen wie die Grafitti-Szene seien Indikatoren für neue Farbtrends.

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