Welt : Mode: Tout Paris bald verschleiert?

Während die meisten Designer bei den Modeschauen in Paris bunte und heitere Outfits zeigten, die sie vor den Anschlägen vom 11. September entworfen hatten, hat Laurent Mercier offenbar schnell reagiert. Er zeigte Models, deren Gesichter verhüllt waren - wie moslemische Frauen. Ihm gelang auf diese Weise etwas, das alle Designer zu erreichen versuchen: Aufmerksamkeit zu erregen.

Mit einem farbenprächtigen Highlight läutete dagegen Louis Vuitton das Ende der Pariser Prêt-à-porter Schauen für Frühjahr und Sommer 2002 ein. Die Kollektion, die eigentlich für den vergangenen Montag vorgesehen war, hüllt die modebewusste Frau in pastellfarbene Hippieblusen und Hängekleider aus Seide, die an die Blumenkinder vor mehr als 30 Jahren erinnern.

Neben Seide gehören Baumwolltwill und Wildleder zu den Favoriten der Louis Vuitton Kollektion, die den Hosenrock wieder zum Leben erweckt. Zu dem knielangen Kleidungsstück in Bordeauxrot oder Altrosa gehört ein bunt besticktes Bolerojäckchen oder eine tief dekolletierte Bluse mit Blumenmuster. Elegant wirken die fliederfarbenen, tief auf der Hüfte sitzenden Wildlederhosen mit weitem Schlag.

Für Karl Lagerfeld ist die kommende Frühlings- und Sommersaison eher monochrom. Er setzt auf die Farben Schwarz und Weiß und betont den weiblichen Körper - wie auch bei der Kollektion, die der Hamburger Designer am vergangenen Donnerstag für Chanel vorgeführt hat. Er kleidet die Frau in durchsichtige Blusen und Hosen, die nur das Wichtigste verdecken. Die Röcke aus schwarzem Organza sind asymmetrisch, knielang oder reichen gerade mal bis knapp über die Oberschenkel. Breite Hüftgürtel runden die körperbetonte, monochrome Kollektion ab. Auf etwa 50 Schauplätze verteilt fanden bei den Pariser Modeschauen mehr als 100 Defilées statt.

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