Berliner Design : Was Achtland nach London zieht

Das Label Achtland feiert in Berlin Erfolge - jetzt zieht das Duo nach London. Käufer für Luxusmode kann Berlin nicht bieten.

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Kunstwerk aus Leder von Achtland.
Kunstwerk aus Leder von Achtland.Foto: promo

So viele Tränen um ein Label, das es erst seit fünf Saisons gibt. Das Designerduo Achtland verlässt Berlin und zieht nach London. Für Thomas Bentz, der den geschäftlichen Part innehat, eine folgerichtige Entscheidung: „Wir haben nicht ewig Zeit.“ Jetzt sind er und sein Partner, der Designer Oliver Lühr, bereit für den nächsten Schritt.

Gerade waren sie auf Einladung der italienischen „Vogue“ auf der Mailänder Modewoche. Dort waren die Chefredakteurin der amerikanischen „Vogue“, Anna Wintour, und Einkäufer der großen New Yorker Luxuskaufhäuser. Von London aus ist es einfacher, in Kontakt zu bleiben. Und dort kommen junge Designer auch leichter in Kontakt mit der Industrie.

Erst vor drei Jahren zog Achtland nach Berlin. Davor lebten sie neun Jahre in London. Bentz und Lühr hatten sich genau überlegt, dass Berlin die richtige Stadt für einen Neuanfang ist. Nirgendwo sonst sei man so neugierig auf Neues, wären sie so schnell aufgenommen worden. Und wirklich hat die deutsche Modepresse Achtland ins Herz geschlossen. Keine Modenschau während der Fashion Week im Januar war besser besetzt, dabei war es erst ihre zweite.

Schon mit der ersten Kollektion versetzten sie die deutsche Modeszene in Erstaunen: Das war weit entfernt von oft gesehenen Experimenten. Sie entwerfen Luxusmode wie atemberaubend aufwendig gearbeitete Jacken aus zarter, plissierter, bunt bestickter Seide, applizieren üppige Blütenornamente auf weiche Lederkleider. Das hat einen Preis, den in Deutschland nur wenige bezahlen. „Wir brauchen Händler in Asien und den USA, und die bekommen wir nicht von Berlin aus.“

Ihre Kleider lassen sie weiterhin hier produzieren: „Das funktioniert.“ Thomas Bentz ist sicher, dass mehr junge Designer ihr Label in Berlin gründen werden. „Irgendwann wird es auch hier die Strukturen geben, dass sie bleiben.“

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