Berliner Doppel : Zurück auf dem Bebelplatz

Kaviar Gauche und Lala Berlin sind wieder auf dem Bebelplatz zurück. Als erstes der beiden Labels zeigte Lala Berlin ihre Kollektion.

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11.07.2010 16:54Die Highlights der Fashion Week

Im Januar fehlten zwei der mittlerweile wichtigsten Namen der Berliner Modeszene im Zelt am Bebelplatz. Kaviar Gauche und Lala Berlin hatten sich entschieden, die Einladung von Michael Michalsky anzunehmen und zusammen mit ihm auf der ersten „Michalsky StyleNite“ im Friedrichstadtpalast zu zeigen. Am Mittwoch kehrten sie nun wieder auf den Bebelplatz zurück.

Als erstes der beiden Labels zeigte Lala Berlin ihre Kollektion. Die Designerin Leyla Piedayesh hat ihre Karriere mit Tüchern begonnen und sich danach zur Spezialistin für Strick entwickelt. Inzwischen macht sie vielfältige Couture-Kollektionen, in denen sie ganz verschiedene Elemente kombiniert. Maschenware spielte in der Kollektion für die Saison Frühjahr/Sommer 2011weiter eine tragende Rolle. Wie souverän Piedayesh dieses Metier beherrscht, zeigte sich in der Variationsbreite, in der Strick auftauchte. So gab es gestreifte Teile aus Wolle, die wie Light-Varianten von klassischer Wintermode wirkten, aber auch fragile Kleider, bei denen die Maschen so weit waren, dass sie an Spinnweben erinnerten. Das Prunkstuck unter den Strickteilen war ein weiter, extrem leichter Umhang in einem warm schimmernden Braun.

Neben Wollwaren beherrscht Leyla Piedayesh natürlich auch andere Techniken. Besonders auffallend waren diesmal die hauchzarten Chiffonvariationen in Orangetönen, die sich beim Gehen voluminös hinter den Models bauschten und sie leicht wie Nymphen auf Renaissance-Gemälden wirken ließen. Diese Grundidee spielt Lala Berlin effektvoll an Tops, Overalls und Kleidern durch. Zudem gab es Teile mit metallisch schimmernder Optik und solche mit verschiedenen Print-Dessins.

Kaviar Gauche machten – von einigen schlichten, strengen Kombinationen abgesehen – im Grunde dort weiter, wo sie im vergangenen Juli am Bebelplatz aufgehört hatten. Damals zeigten sie eine reine Brautmodenschau.

Auch dieses Mal dominierten edle Kleider in Weiß, die allerdings durch Entwürfe in hellen Bonbonfarben ergänzt wurden. Bei den beeindruckendsten Stücken erinnerten die Kleider mit ihren komplexen Raffungen an antike Roben. Aber Frauen wie starke, unnahbare Göttinnen zu inszenieren, war ja schon immer ein große Stärke des Labels von Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehler.

Nur die Techniken unterscheiden sich je nach Saison: Während bei der letzten Winterkollektion kühle Metallic-Effekte und starke Schulterpolster für den gewünschten Effekt sorgten, setzten sie nun für den Sommer vor allem auf Klassizismus. Dabei gehört schon ein gewisser Mut dazu, heutige Frauen in griechische Göttinnen verwandeln zu wollen. Aber beide Label können besitzen mittlerweile zahlreiche Stammkundinnen, deren Selbstbewusstsein offenbar groß genug ist, um zumindest zeitweise in diese Rolle zu schlüpfen. Jan Schröder

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