Berliner Fashion Week : Der Zirkus ist in der Stadt

Schauen, Partys, Messen, Wettbewerbe: Am Mittwoch beginnt die Fashion Week. Am Dienstagabend hat schon einmal John Malkovich seine Mode vorgestellt. Was sonst noch kommt, lesen Sie hier.

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Hollywoodstar, Theaterschauspieler, Werbefigur, Modemacher: Am Vorabend der Fashion Week stellte John Malkovich seine dritte Kollektion in der Galerie "The Corner Berlin" am Gendarmenmarkt vor.Weitere Bilder anzeigen
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06.07.2010 21:26Hollywoodstar, Theaterschauspieler, Werbefigur, Modemacher: Am Vorabend der Fashion Week stellte John Malkovich seine dritte...

Die Berliner Fashion Week hat in den kommenden Tagen einen mächtigen Gegner im Kampf um die Aufmerksamkeit der Medien – immerhin geht die Fußball-Weltmeisterschaft in ihre entscheidende Phase. Doch natürlich werden von heute bis Sonnabend trotzdem Modenschauen veranstaltet und Geschäfte auf den Messen gemacht, und die Presse wird darauf lauern, welche Prominenten sich auf welcher Show die Ehre geben. Gestern Abend war zum Beispiel schon einmal John Malkovich da. Der Hollywoodstar stellte seine dritte Kollektion, durchaus Berlin-kompatibel "Technobohemian" genannt, in der Galerie "The Corner Berlin" am Gendarmenmarkt vor (siehe Fotoreportage oben links).

Von den Veranstaltungen, die bis zum Sonntag stattfinden, ist über die Jahre einiges vertraut geworden. Die Mercedes-Benz Fashion Week hat trotz aller hitzigen Debatten ihr Zelt wieder auf dem Bebelplatz aufgebaut. Eine Alternative zu dem sensiblen Ort konnte bisher nicht gefunden werden. Das Zelt erhebt sich über dem Mahnmal für die Bücherverbrennung, das in den Boden des Bebelplatzes eingelassen ist. Wer es in den nächsten Tagen besuchen will, muss einen Seiteneingang des Zelts benutzen.

Spektakuläre Neuzugänge gibt es bei der Fashion Week in dieser Saison nicht. Mit Kaviar Gauche und Lala Berlin kehren aber zwei Schwergewichte der Berliner Modeszene an den Bebelplatz zurück. Beide hatten im Winter zusammen mit Michael Michalsky im Friedrichstadtpalast gezeigt. Ansonsten kann man vor allem darauf gespannt sein, wie sich die jungen lokalen Labels entwickelt haben, die ebenfalls im Zelt zeigen.

Wie gewohnt finden nicht alle Schauen auf dem zentralen Catwalk statt. So zeigt Boss seine Linie Boss Black diesmal in einem eigenen Zelt am Gleisdreieck. Was die mediale Aufmerksamkeit angeht, dürfte die Veranstaltung schon allein deshalb wieder besonders im Vordergrund stehen, weil viele Prominente erwartet werden.

Gleiches gilt für das Debüt des Modekonzerns Calvin Klein, der sich erstmals in Berlin präsentiert. In der Alten Münze wird es allerdings keine klassische Modenschau geben, sondern eher einen Überblick über das vielfältiges Produktrepertoire. Verzichten muss das Publikum hingegen auf die namhaften deutschen Marken Joop! und Strenesse, die sich dieses Mal gegen einen Auftritt in Berlin entschieden haben.

Ein Fachmann für Glamour ist erwiesenermaßen Michael Michalsky. Der lädt am Freitag zu seiner zweiten StyleNite. Nach der Premiere im Friedrichstadtpalast im Januar findet sie nun im Tempodrom statt. Neben der neuen Kollektion des Gastgebers zeigt dort im Rahmen der StyleNite auch das britische Label Maharishi, außerdem präsentiert Michalsky eine Auswahl der von ihm entworfenen Kostüme für die Revue Yma, die im Herbst im Friedrichstadtpalast zu sehen sein wird.

Eine große Rolle spielt auf der Fashionweek wieder die Nachwuchsförderung. Gleich zwei Wettbewerbe für Jungdesigner werden am Freitag entschieden: Zum einen der vom Düsseldorfer Einzelhändler Peek & Cloppenburg präsentierte „Designer for Tomorrow Award“, der mittlerweile zum dritten Mal stattfindet. Im Zelt am Bebelplatz werden acht Finalisten ihre Kollektionen präsentieren.

Überschaubarer ist die Gruppe, die in der Endrunde des „Start Your Fashion Business“-Wettbewerbs des Berliner Senats stehen: Fünf junge Labels haben es in die Endausscheidung geschafft. Darunter sind schon recht bekannte Namen wie Perret Schaad und Michael Sontag, die bereits mit eigenen Schauen auf der Fashion Week überzeugen konnten.

Mit dem Wettbewerb hat der Senat gezielt auf Kritik reagiert, junge Kreative verfügten oft nicht über die nötigen wirtschaftlichen Kenntnisse, um sich erfolgreich selbständig zu machen. Der Wettbewerb soll die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung ökonomischer Fertigkeiten für Modedesigner lenken. Daher wurden nicht nur die Kollektionen, sondern auch die Businesspläne der Kandidaten bewertet.

Auch wenn die Schauen naturgemäß wieder den Großteil der Aufmerksamkeit erhalten werden, bilden die zahlreichen Fachmessen den wirtschaftlichen Schwerpunkt der Modetage. Die beiden wichtigsten sind weiterhin die Bread & Butter auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof und die Premium, die in den eigenen Hallen am Gleisdreick stattfindet.

Eine ganz neue Facette erhält die Berliner Messelandschaft durch die Skate- und Sportswearmesse Bright, die bisher in Frankfurt am Main stattfand und morgen ihre Berlin-Premiere feiern wird. Sie hat sich in einem Gebäude des ehemaligen Stasi-Hauptquartiers in Lichtenberg eingerichtet. Sie präsentiert nicht nur Mode, sondern widmet sich mit Street-Art, Filmvorführungen und Ausstellungen der gesamten Skater-Kultur.

Auf das Interesse der Einkäufer hoffen in den kommenden Tagen zudem zahlreiche Showrooms und Spezialmessen wie die Öko-Mode-Veranstaltungen The Key.to, die sich kurzfristig für den Umzug in den Postbahnhof am Ostbahnhof entschieden hat, und Greenshowroom, die wieder im Hotel Adlon stattfindet, oder die Wäschemesse 5 Elements.

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