Mode : Casting in letzter Minute

Wie sich Kaviar Gauche auf die Show vorbereitet.

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Der erste Schritt. Das Moodboard dient als Inspiration für die Kollektion.Foto: promo
Der erste Schritt. Das Moodboard dient als Inspiration für die Kollektion.Foto: promo

„Lauf nochmal kurz für uns dort durch die Tür, das ist jetzt der Catwalk.“ Ein rothaariges Model versucht, möglichst elegant das Atelier von Kaviar Gauche in der Torstraße zu durchqueren – in Highheels trotz Spalten im Dielenboden und Türschwellen. Es ist ein Casting in letzter Minute, zwei Models fehlen den Berliner Designerinnen noch für ihre Show am Mittwoch um 20 Uhr. Die waren zwar schon gebucht, sind dann aber nicht angereist. 150 Setkarten liegen auf einem der Schreibtische, alles mögliche Nachrücker-Kandidatinnen.

Links uns rechts vom improvisierten Laufsteg bügeln, stecken und nähen 16 Mitarbeiterinnen des Modelabels an den Stücken, die Kaviar Gauche auf der Mercedes Benz Fashion Week zeigen wollen. Vorab verraten werden darf über die Kollektion nichts, die Designerinnen wollen überraschen. „Mit den Kleidern sind wir aber sehr gut in der Zeit“, sagt Alexandra Fischer-Roehler, die das Label 2004 gemeinsam mit Johanna Kühl gegründet hat. Um das Handgelenk trägt sie ein Nadelkissen.

Video: Fashion Week ist umgezogen

Gemeinsam mit ihrem Stylisten diskutieren die Designerinnen jedes Outfit. Eine Mitarbeiterin bürstet ohne Unterlass Schuhe. Die sind neben den fehlenden Models die zweite Hürde auf dem Weg zur Show. „Sie haben uns nur Schuhe in Größe 40 geliefert“, sagt Johanna Kühl. Einem blonden Model sind sie zu groß. Vielleicht also doch Schuhe, die mit einem Band um den Knöchel befestigt werden können? Passen die zum Kleid?

Viel Zeit bleibt nicht mehr, am Dienstag ist schon Lichtprobe. „Wir finden sie toll“, sagt die Assistentin am Telefon zur Modelagentur, nachdem die Rothaarige das Atelier verlassen hat. „Könnten wir vielleicht ihre Haarfarbe ein wenig ändern?“Elisa Simantke

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