Mode : Die Mischung macht’s

Diese Woche war Teamgeist angesagt

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Die Berliner Modewoche ist ein Erfolgsmodell ganz eigener Art geworden. Das liegt an der speziellen Kombination der Veranstaltungen, die zweimal pro Jahr gleichzeitig stattfinden. Die Schlagzeilen dominiert die Mercedes-Benz Fashion Week, die im Zelt auf dem Bebelplatz und an diversen anderen Orten die Laufstegschauen veranstaltet und diesmal erneut gewachsen ist. Über 40 Schauen gab es von Mittwoch bis Sonnabend zu sehen. Dass dort nicht die Weltstars der Modeszene zeigten, ist klar. In den vergangenen Jahren ging es darum, ein eigenes Profil zu entwickeln. Genau das hat sich nun tatsächlich herausgebildet.

Aber die Modewoche besteht eben nicht nur aus den Schauen. Auch die parallel stattfinden Messen entwickeln sich prächtig. Die Premium zog erstmals rund 1000 Aussteller an und erweiterte dafür ihre Ausstellungsfläche, Bread & Butter- Chef Karl-Heinz Müller erklärte, die gerade beendete Ausgabe der weltweit wichtigsten Messe für Denim und Urbanwear habe die bereits sehr hohen Erwartungen „weit übertroffen“. Die Aussteller hätten „einen erheblichen Anstieg an internationalen Neukunden und zahlreiche Orderplatzierungen“ verzeichnet. Gerade die grenzüberschreitende Ausstrahlung der Bread & Butter wird immer größer. „Insgesamt konnten wir mehr als zwei Drittel Besucher aus dem Ausland begrüßen“, sagt Müller.

Die globale Bedeutung Berlins als Modestandort hat auch die Skate- und Streetwear-Messe Bright gesteigert, die zum zweiten Mal im ehemaligen Stasi-Hauptquartier in der Normannenstraße stattfand. Noch vor dem Abschlusstag zeigten sich die Veranstalter mit dem Besucherzuspruch vollauf zufrieden. „Der Anteil der internationalen Besucher liegt mittlerweile bei 50 Prozent.“ Und unter denen seien auch absolute Koryphäen der Branche gewesen. Außerdem würden sich die „Synergien“ mit den anderen Veranstaltungen in der Stadt positiv auswirken.

Überhaupt ist die stärkere Vernetzung der einzelnen Aspekte immer wichtiger. Wie das im Idealfall aussehen kann, verkörpert schon seit einiger Zeit das Aushängeschild der Berliner Mode, der Designer Michael Michalsky. Seine aktuelle Kollektion zeigt er im Rahmen der Mercedes- Benz Fashion Week, gleichzeitig stellt er sie auch auf der Modemesse Premium aus und ist zudem ein großer Fürsprecher der Bread & Butter. Dieses Zusammenspiel der einzelnen Veranstaltungen, das nach Anfangsschwierigkeiten mittlerweile ziemlich reibungslos läuft, verdeutlicht die typische Berliner Mischung, die eben davon lebt, dass Jeans ganz ungezwungen mit aktuellen Designerstücken und Vintage-Teilen kombiniert werden. Und genau diesen spezifischen Mix bilden eben auch die vielfältigen Veranstaltungen der Modewoche ab. Jan Schröder

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