Fahion Week New York : Chic aus der Oberschule

Kurze Röcke, kurze Hosen und keine Madonna: Die New York Fashion Week gab sich un-extravagant.

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Rotes Tuch. Ein Model bei der Präsentation von Tommy Hilfiger. -Foto: dpa

Der Preppy-Look hat Tommy Hilfiger einst groß gemacht. Preppies, das sind private Preparatory Schools in den USA, jene Institute, die aus Kindern wohlhabender Eltern erfolgreiche Studenten machen sollen. Gemeint ist also ein College-Chic, der jugendlich daherkommt, aber eben nicht aufmüpfig. Das war 1985, nun ist der Preppy zumindest dem Namen nach wieder da, oder immer noch: „Preppy with Pop“ nannte Hilfiger seine Show, mit der am Donnerstag die New York Fashion Week zu Ende ging, auf der die US-Modemacher ihre Kollektionen für den Herbst 2010 zeigten.

Mit Oberschülermode hatte Hilfigers Kollektion freilich wenig zu tun, denn wann sah man je einen Collegeboy im Dreiteiler den Campus betreten? Der Name war wohl mehr als Reminiszenz auf das 25-jährige Jubiläum seines Labels zu verstehen. Hilfiger selbst nannte seinen Stil New American Classic.

Ein bisschen kommen immer noch die 80er durch. Die Röcke sind kurz, die Hosen der Männermode auch, fallen meist nur bis auf den Knöchel. Ärmellos scheint ein Trend zu sein, sogar beim Trenchcoat, der so glatt noch als Kleid durchgeht. Die Farben sind herbstlich gedeckt, viel „camel“, was man getrost als eine Art Beige verstehen kann, ein dunkles Flaschengrün, aber auch Rot, ein rotes Nyloncape ist dabei fast schon die größte Extravaganz, neben einer Art Morgenmantel für den Herren, der straßentauglich sein soll. Dem Publikum hat es gefallen, es gab viel Beifall, manche standen sogar auf und auch Anna Wintour, mächtige Vogue-Chefin, lächelte dabei.

Für besonderen Glanz sorgen sonst die (oft bezahlten) Celebrities – nur diesmal nicht, sofern sie nicht selbst als Model oder mit eigenen Shows am Start waren wie Kelly Osbourne, Justin Timberlake oder Victoria Beckham. Die „New York Times“ bemerkte jedenfalls einen auffallenden Mangel an Prominenten aus der A-Liga: Keine Rihanna, keine Madonna. Wenn es denn also eine Not war, dann gab es Designer, die erklärten das zur Tugend. Calvin Klein zum Beispiel, der seine Show nicht mehr nur einem exklusiven Publikum zeigen wollte, sondern sie gleich per Livestream ins Internet stellte. Oder Marc Jacobs, der erklärte, künftig sowieso auf Promis am Rand des Laufstegs verzichten zu wollen.

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