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Fashion Week - Augustin Teboul : Ein Traum in Schwarz

Das Berliner Label Augustin Teboul macht erlesene Kleider für den internationalen Markt. Häkelkunst und Leder prägt ihre Mischung aus Eleganz und Rock 'n' Roll.

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Dunkel schön. Augustin Teboul.
Dunkel schön. Augustin Teboul.Foto: dpa

Im Atelier von Augustin Teboul in einer ruhigen Seitenstraße von Neukölln liegen auf einem großen Tisch Scheren, Lineale und Nadeln, schwarze Lederstücke und jede Menge Perlen. Die Stühle sind mit Kartons und Stoffballen belegt, an den Wänden hängen Häkelproben und Zeichnungen, aus einer Ecke ragen die Arme einer Schaufensterpuppe. Was am Ende aus diesem Chaos entstehen kann, hängt auf einer Kleiderstange: Eine schwarze Wolljacke mit aufwendigen Häkelelementen, winzigen Perlen und Steinen.

Annelie Augustin und Odély Teboul, die ihr gemeinsames Label 2011 in Berlin gründeten, werden für ihre Entwürfe von der Presse hoch gelobt: Ausnahmetalente auf den Spuren von Modehäusern wie Givenchy werden sie genannt. Das ist durchaus berechtigt: Ihre Kleider und Accessoires sind eine Mischung aus Prêt-à-Porter und Haute Couture, aus Eleganz und Rock 'n' Roll. Mal aus Seide, mal aus hautengem Leder oder grobem Strick. Verziert mit dreidimensionalen Häkelarbeiten, Perlenstickereien, Spitze und Fransen. Und am liebsten rabenschwarz, weil es, wie Annelie Augustin sagt, zeitlos und elegant ist, und den Fokus auf die Details richtet.

Kennengelernt haben sich die beiden in Paris, wo sie an der Esmod studiert und 2006 ihren Abschluss gemacht haben. Teboul, 29 und in Frankreich geboren, assistierte dann bei Jean Paul Gaultier, Augustin, 31 und aus der Nähe von Erlangen, arbeitete im Designteam von Yohji Yamamoto für die Adidasmarke Y-3. Zusammengefunden haben sie 2009 in London, als beide auf Jobsuche waren.

„Damals hatten wir die Nase voll von der Modeindustrie. Ein Trend nach dem nächsten ... Wir wollten Mode machen und dabei das Handwerk bewahren“, sagt Teboul. Aus der Freiheit, die sich die beiden nahmen, entstand eine erste kleine Kollektion mit dem Titel Cadavre Exquis, inspiriert vom gleichnamigen Spiel aus dem Surrealismus: Man zeichnet, knickt um, reicht weiter, sodass am Ende eine Zufallsfigur entsteht. Sechs Outfits kamen dabei heraus. Es war ihr wichtigstes Projekt, weil sie dadurch ihre Handschrift fanden, „Crochet et Cuir“, also Häkelkunst und Leder.

Fashion Week in Berlin
Glitzertop und Streifenanzug. Von Michalsky, wem sonst?Weitere Bilder anzeigen
1 von 88Foto: dpa
10.07.2014 16:43Glitzertop und Streifenanzug. Von Michalsky, wem sonst?

Mit der ersten Kollektion gewannen die beiden in Deutschland und Frankreich drei Preise, was sie dazu ermutigte, ihr eigenes Label zu gründen. London oder Paris waren ihnen zu hektisch und konservativ und auch zu teuer. Sie kamen nach Berlin und bezogen gemeinsam eine Wohnung in Neukölln, die bis zum Umzug in die kleine Seitenstraße auch gleichzeitig ihr Atelier war. „Berlin hat es uns leicht gemacht“, sagt Augustin. „Wir haben sofort Leute gefunden, die uns geholfen haben.“

Ihre Kollektionen umfassen heute knapp 60 Teile, die zwischen 300 und 4000 Euro kosten. Die Prototypen werden von den Designerinnen in Handarbeit im Atelier hergestellt und schließlich in Deutschland und Italien produziert. Augustin kümmert sich eher um die Konstruktion der Schnitte, Teboul um die Häkelarbeiten, die sie von ihrer Mutter gelernt hat.
Ohnehin ergänzen sich die beiden gut. Die blonde Annelie spricht leise, ist organisiert und perfektionistisch. Teboul bildet mit ihrer rauen Stimme und dem französischen Temperament den Gegensatz. „Es ist ein großer Vorteil, zu zweit zu sein“, sagt Augustin. „Allein hätten wir uns gar nicht getraut, zum Beispiel einfach zu L'Eclaireur zu gehen und unsere Kollektion anzubieten.“ L'Eclaireur – das ist ein teurer Pariser Concept Store und ein Traum vieler Jungdesigner.

Das Label verkauft sich in Hong Kong, Kuwait, Australien und den USA


Mittlerweile haben die beiden viele Wettbewerbe gewonnen und wurden von Christiane Arp, der Chefredakteurin der deutschen Vogue, in den Vogue Salon aufgenommen, der junge Labels mit internationalen Einkäufern zusammenbringt. Am vergangenen Dienstag machten sie beim International Woolmark Prize in Paris den ersten Platz in der Kategorie Womenswear, dotiert mit 34 500 Euro.

Warum sind sie überhaupt noch in Berlin und nicht schon längst in Paris? „Wir mögen Berlin“, sagt Odély Teboul. Die Stadt sei kreativ, entspannt, und klar, auch günstig. Sie können zwar von ihrer Mode leben, aber noch nicht wirklich gut. Bisher verkaufen sie vor allem im Ausland, in Hongkong, in den USA, in Kuwait und Australien. Der deutsche Markt aber zum Beispiel fehlt, lediglich über den Onlineshop kann man hier bestellen. Und das, obwohl Augustin Teboul ein deutsches Label ist, in Deutschland sitzt und produziert.

Bringt all die Aufmerksamkeit von der Presse also gar nichts? „Am Anfang haben wir nur das gemacht, was wir wollten. Dadurch bekommt man viel Aufmerksamkeit, aber irgendwann muss man auch etwas entwerfen, das sich verkauft“, sagt Augustin. Nach der letzten Kollektion, die neben Schwarz erstmals auch Nudetöne und noch aufwendigere Verzierungen enthielt, haben sie in alle Richtungen Feedback bekommen, auch Negatives, und seien danach erst einmal verloren gewesen.

„Aber Shiny Void ist optimistisch!“ ruft Teboul dazwischen. Glänzende Leere, so heißt die neue Kollektion. Tragbarere Teile sind diesmal dabei, die aber nicht weniger interessant sind. Die Silhouette ist klassisch, die zusammengehäkelten Lederkreise auf der Vorderseite das Besondere. „Wir haben uns bei jedem Entwurf gefragt, ob wir ihn selbst tragen würden. Ist der Gürtel zu eng, das Leder zu steif, versteht man den Verschluss?“ Die beiden lachen. Es sei schon vorgekommen, dass die Kundinnen nicht verstanden haben, wie man in das Kleid eigentlich hineinkommt.

Mit der neuen Kollektion, die Annelie Augustin und Odély Teboul am Donnerstag in der Galerie Judin in der Potsdamer Straße gezeigt haben, wollen sie nun einen Schritt nach vorn machen und die Schwelle der Jungdesigner übertreten. Mehr verkaufen also. Auf lange Sicht einen passenden Investor finden. Neben der festen Mitarbeiterin und den drei Praktikanten, die sie im Moment haben, weitere Leute anstellen können.

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