H&M spendet Geld : Gutes tun und darüber reden

Themen wie sauberes Wasser, Schulbildung und die Sicherung natürlicher Ressourcen verbindet man nicht unbedingt mit dem Discounter H&M - das soll sich ändern.

Ida Lieback
Sauberes Wasser ist eines der Themen, für die man abstimmen kann. Hier wäscht sich eine Frau im Slum von Komplapur.
Sauberes Wasser ist eines der Themen, für die man abstimmen kann. Hier wäscht sich eine Frau im Slum von Komplapur.Foto: promo

Wer bei H&M einkaufen geht, muss in Zukunft keine Gewissensbisse mehr haben! Man fürchtet sich ja immer, etwas Schlechtes zu tun, wie zum Beispiel die Textilproduktion in Bangladesch zu unterstützen. Aber das schwedische Bekleidungsunternehmen H&M macht sich auf, die Welt zu verbessern, aus der sie so viel Kapital schlägt. Deshalb hat das Unternehmen 2007 zum 60. Firmenjubiläum die Stiftung „H&M Conscious Foundation“ gegründet. Vom 22. bis 29. Oktober können H&M-Mitarbeiter und -Kunden auf der Seite makeadifference.hm.com abstimmen, für welche der dort genannten Schwerpunkte Spendengeld der H&M-Besitzerfamilie Persson in Höhe von knapp 57 Millionen Euro genutzt werden soll.

Eine Jury bestehend aus so unterschiedlichen Menschen wie dem Erzbischof Desmond Tutu, Sir Richard Branson, Gründer von Virgin, dem ehemaligen Präsidenten von Costa Rica, José María Figueres Olsen und dem Model Alek Wek hat fünf Themen bestimmt: „Sauberes Wasser“, „Stärkung von Frauen“, „Sicherung natürlicher Ressourcen“, „Bildung“ sowie „Verringerung der Armut durch Selbstbestimmung“. Drei davon sollen nach der Abstimmung ausgewählt und umgesetzt werden. Das sind zumindest die erklärten Ziele der „H&M Conscious Foundation“, die sich mit drei großen Organisationen zusammentun wird, um weltweit zu agieren. Welche das sind, soll erst bestimmt werden, wenn die Themen feststehen.

Außerdem will die Stiftung in allen Ländern, in denen H&M tätig ist, Programme starten, um die gewählten Schwerpunkte auch dort zu unterstützen. Auf der Internetseite kann jeder Besucher für ein einziges Thema stimmen, danach verschwindet der Button. Man kann also nicht wählen, welche drei Themen man am wichtigsten findet, sondern muss sich für eines der fünf entscheiden. Ein Tortendiagramm zeigt den aktuellen Stand der Abstimmung.

„Die Welt steht vor enormen Herausforderungen, und die ’H&M Conscious Foundation’ kann helfen, geeignete innovative und nachhaltige Lösungen für einige der wichtigsten Themen unserer Zeit zu finden“, wird zum Beispiel Johan Rockström zitiert, Professor für Environmental Science an der Universität Stockholm und Direktor des Stockholm Resilience Center.

Dass die Spendenaktion der Familie Persson nicht aus reiner Nächstenliebe entstanden ist, steht trotz allem außer Frage. Wenn dadurch die leisen Schuldgefühle betäubt werden, die am sozialen Gewissen der Kundschaft nagen, ist das mit Sicherheit mehr als ein erfreulicher Nebeneffekt.

Mehr Infos zur Stiftung gibt es unter: www.hm.com/consciousfoundation

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