Kampagne gegen Plagiate : Das ist nicht echt. Meisterkreis eröffnet Plagiateshop

Taschen von Channel, Füller von Farmer Castel, und Kameras von Leima. Was sich lustig anhört, ist von den Initiatoren vom Meisterkreis todernst gemeint.

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Nicht echt. Diese Tasche ist von Channel und leider unverkäuflich.
Nicht echt. Diese Tasche ist von Channel und leider unverkäuflich.Foto: promo

Wenn das kein Schnäppchen ist – ein Täschchen von „Channel“ für 299 Euro – und dann sichert ihre Fertigung auch noch Kinderarbeitsplätze. Nun gut, sie ist aus Plastik und fällt bald auseinander, dafür hat man 3250 Euro gespart. Da kann man gleich noch ein Schreibset von „Farmer Castle“ oder eine Kamera von „Leima“ shoppen.
All das bietet die Website „Plagiateshop“ an. Doch statt eines gefüllten Warenkorbs gibt es am Ende eine Belehrung: Plagiate sind ganz, ganz schlecht. Initiiert hat das Ganze der Meisterkreis, eine Interessengemeinschaft von Unternehmen, die fast ausschließlich teure Produkte entwickeln, die oft gefälscht werden. Dazu gehören das Möbelunternehmen Thonet, die Uhrenmarke Glashütte Original und auch Modefirmen wie Talbot Runhof, Dior und Chanel.
Gemeinsam mit der politischen Unterstützung der Staatssekretärin Brigitte Zypries wiesen sie am Mittwoch in Berlin darauf hin, dass Fälschungen der deutschen Industrie 50 Milliarden Euro Schaden im Jahr zufügen und dass in den vergangenen zwei Jahren der Wert der Fälschungen, die an den Grenzen abgefischt wurden, um 54 Prozent zunahm.
Schon in der vergangenen Woche betätigte sich ein Politiker als Mahner in Sachen Mode. Der Minister für Entwicklungshilfe, Gerd Müller, stellte ein Textilbündnis für faire Löhne und Arbeitsbedingungen in Ländern wie Bangladesch vor. Gute Sache, nur so richtig mitmachen will keiner. Auf jeden Fall kein großes Unternehmen wie Kik oder Aldi Süd, die inzwischen zu wichtigen Umschlagplätzen für Bekleidung geworden sind.


Auch dort gibt es Neuigkeiten – Greenpeace hat Kinderkleidung von Aldi, Lidl, Rewe und Tchibo getestet und jede Menge gefährlicher Chemikalien gefunden. Vor allem Schuhe sollen extrem giftige Stoffe enthalten. Auch bei den sozialen Standards schnitten die Unternehmen laut Greenpeace schwach ab. Lauter schlechte Nachrichten mir klarer Handlungsanweisung: Alle Macht den Konsumenten.

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