Lena Hoschek : Nichts für brave Hausfrauen

Die österreichische Designerin Lena Hoschek zeigt Rockabilly-Romantik mit Anleihen aus der Sado-Maso-Szene.

Bondage auf adrettem Kleidchen.
Bondage auf adrettem Kleidchen.Foto: AFP

Von der österreichischen Designerin Lena Hoschek gab es am Mittwoch Rockabilly-Romantik zu sehen – mit deutlichen Anleihen aus der Sado-Maso- und Burlesk-Szene. Gleich das erste Outfit, ein schwarz-weiß gerüschter Petticoat, kombinierte die Designerin zu braunen Latexstrümpfen und einem Nietengürtel. Später zeigte Hoschek auch Petticoats in Farbe, beispielsweise mit einem braun-blauen Karo oder Rosengartenmuster in Pink und Rot. Die Latexstrapse fehlten jedoch nie. Ob in Rot, in Schwarz, mit Pünktchen oder hinten am Bein geschnürt, alles erinnerte an eine Domina mit burleskem Charme – eine modische Wiederbelebung der vierziger Jahre mit aktuellen Bezügen. Hoschek wünscht sich die Frau im kommenden Sommer als eine Mischung aus Morticia Addams und Dita von Teese.

Rosa Cowboy-Karohemden mit paspelierten Herztaschen waren auf dem Laufsteg zu sehen, am Bauch und an der Brust geknotete Puffärmelblusen mit dem obligatorischen Hoschek-Herz auf der Schulter. Rote Schmollmünder, Katzenaugen, Perücken und im Hintergrund Heavy-Metal-Klänge. Ein Traum für Pin-Up-Fans!

Ständig wechselte Hoschek zwischen streng und adrett, hart und weich. So wurden ein Rüschenbody oder eine Bluse wie selbstverständlich mit Nietenkorsett präsentiert. Die Trägerin wirkte wie ein gefesseltes Püppchen mit ahnungslosem Blick, aber wissenden Gedanken.

Farbliche Schwerpunkte von Hoscheks Kollektion waren Schwarz, Weiß und Rosa sowie Karo- und Rosenmuster. Sie präsentierte weich fallende und schwingende Röcke zu betontem Dekolleté.

Diese Entwürfe von Lena Hoschek machen klar, wie sehr ihr die Rundungen der Frau am Herzen liegen, die sie sehr bewusst

betont. Jedoch sollten die Trägerinnen mehr als nur ein wenig Mut und Hang zur Verruchtheit besitzen, sonst wird es schwer, den Kleidern den nötigen Sex-Appeal zu verleihen. Zum Beispiel schickte Hoschek einige mit seidigem Paketband gefesselte Models im engen Kostüm oder einer Caprihose aus Lackleder über den Laufsteg – Outfits, die großes Selbstbewusstsein erfordern. Ein anderes Model mimte die brav drein schauende Hausfrau, unter deren gerüschter Schürze sich dann aber nichts als nackte Haut verbarg. Auch wenn der dazugehörige Ehemann von solch einem Anblick sicher angetan wäre, ist ein solches Kleid für einen Spaziergang auf der Straße doch eher ungeeignet. Jemima Gnacke

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