Mode, Düfte, Klänge : Arnhem profiliert sich mit seiner Mode-Biennale

"Milano – Paris – New York – Arnhem". Als Anzeige für eine schickes Modelabel würde es ja noch ein bisschen komisch wirken. Aber in den Niederlanden gilt Arnhem inzwischen als die Modestadt schlechthin.

Seije Slager
Die Mode von Klavers-van Engelen ist durch die Farben eines Ölfilms inspiriert.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Mirjam Boekholt
11.04.2011 15:11Die Mode von Klavers-van Engelen ist durch die Farben eines Ölfilms inspiriert.

Und mit der „Arnhem Mode Biennale“, die vom 1. bis zum 3. Juni veranstaltet wird, bewirbt sich die Stadt sogar um eine internationale Reputation.

Wegen ihres ausgezeichneten Modebewusstseins waren die Niederlande und ihre Bewohner eigentlich nie bekannt. „Vielleicht weil wir so lange eine Republik waren“, vermutet Bram Claassen, Sprecher der Biennale. „Da konnte sich auch keine auf Schmuck gerichtete höfische Kultur entwickeln.“

Dass es in Arnhem doch so weit kam, hat wahrscheinlich modernere Ursachen. Vor etwa zehn Jahren stellten fast alle niederländischen Städte Stadtmarketing-Experten an. Jede Stadt soll sich auf ihre Stärken konzentrieren, lautete damals die Devise. Seitdem präsentiert sich Arnhem, weil es dort schon eine Modeakademie gab, als Modestadt. Zwei Ikonen gab es auch schon: Viktor & Rolf, die mit ihren identischen schwarzen Anzügen und Brillen wie Comicfiguren aussehen, hatten in Arnhem studiert und wurden gerade dann international bekannt als Modedesigner.

Mittlerweile bedeutet Mode für Arnhem mehr als nur Werbung: Als 2007 das heruntergekommene Viertel Klarendal renoviert werden musste, wurde den Studenten und frisch Graduierten der Modeakademie viel Platz eingeräumt: Jetzt gibt es eine Menge kleiner Modeboutiquen im Viertel.

Die Biennale will mittlerweile mehr sein als nur eine Art Vorzeigeprojekt für lokales Talent. Dass es in den Niederlanden keine Tradition von großen Catwalkshows gibt, betrachten die Veranstalter dabei als Vorteil. Sie haben einen anderen Kurs eingeschlagen und versuchen, Mode mit anderen Künsten zu verbinden. Dieses Jahr wurde zum Beispiel der amerikanische Komponist Nico Muhly eingeladen: Er „untersucht das Phänomen Mode mit einem Klangkunstwerk“, erklärt Claassen, so wie auch Duftkünstler und Fotografen das machen. „Einen normalen Catwalk gibt es natürlich auch“, beruhigt der Sprecher.

Weiteres im Internet:

www.arnhemmodebiennale.com

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