Mode: Fashion Week in Berlin : So trägt sich das moderne Mexiko

Im Vorfeld haben wir über die Mexico-Fashion-Show berichtet. Jetzt waren wir da und haben uns umgeschaut und mit Designern gesprochen.

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Rosa Magnolien. Das Label P inkmagnolia.
Rosa Magnolien. Das Label P inkmagnolia.Foto: promo

Die offensichtliche Ausnahme ist Jorge Ayala. Seine Kreationen entsprechen am ehesten dem Bild, das man von Mexiko hat: ein kurzärmeliger Mantel mit leuchtenden Farben, roten und blauen Bommeln, bunten Perlenschnüren, passend dazu eine gemusterte Hose. Auch die frühsommergrasgrüne Hose mit einer gemusterten Bluse und einem Schal in Gelb, Grün und Pink erinnert von fern an Folklore. Aber tatsächlich arbeitet der Designer, der sich gern von Blumen und der Kunst des 20. Jahrhunderts, auch mal der mexikanischen Malerin Frida Kahlo,  inspirieren lässt, gern mit Computerdrucken.
Ansonsten gibt sich das junge Mexiko bei der Gemeinschaftsschau ausgewählter Designer im „me Collectors Room“ betont cool. Simona aus Mexico City hat lange in London studiert und liebt die Farbe Grau. Sie selber trägt ein schmales graues Kleid und ihre dezent schwarzweiß gemusterten Ponchos passen, von den aktuellen schwarzen Fransen einmal abgesehen, auch nicht unbedingt in die Vorstellungswelt des südlichen Mexiko, wo sie in der Tat aber gefertigt werden. Farbspuren, wenngleich sehr viel behutsamer eingesetzt als bei Ayala, finden sich in einem schön mit blauen und roten Dreiecken gemusterten kurzen Mantel von Pink Magnolia, und auf den mit Pink, Rot, Gelb und Blau filigran gearbeiteten Rucksackklappen von Royaldalia.

Der Pop-Up Store wird zeigen, wie der urbane mexikanische Stil beim Publikum ankommt

Urban gibt sich auch Yakampot, ein glänzendes, schweres graues Top ergänzt den schwarz glitzernden transparenten Rock. Zum kurzen hellgrauen Faltenrock wärmt den Oberköper ein kurzärmeliger grauer Pullover aus einheimischer Wolle. Da die jungen Mexikaner auf der Suche nach neuen Absatzmärkten sind, wundert es nicht, dass viele der ausgestellten Modelle sehr tragbar wirken. Eine graue Nadelstreifenhose mit oberschenkellanger passender Weste zum ärmellosen schwarzen Rollkragenpulli von Salo Shayo wirkt auch im mitteleuropäischen Herbst cool und abgeklärt. Lustig und mit der Aura eines Habenwollen-Teils versehen ist der Buchstabenmantel des selben Labels mit rosa Revers und grünen Ärmeln.

Ein schwarzgetupftes langärmeliges, bodenlanges Abendkleid von Kris Goyri stellt die Trägerin wegen des transparenten Oberteils vor eine Herausforderung, die das magere Modell mit fast nicht vorhandenen Brüsten einfach so  wegsteckt. Ein schönes zweites Kleid mit großzügigem grünen Volant und locker gerafftem cremefarbenen Oberteil lässt sich unkomplizierter ausführen.
Und warum sollten sich ausgerchnet mexikanische Designer auf die Folklore ihres Landes beziehen? Der Nadelstreifen-Designer denkt lieber global und lässt sich überall inspirieren. Auch der dezente Schmuck von Varon orientiert sich an diesen Maßstäben.
Der Pop-Up Store in der Großen Präsidentenstraße 10, der ab Freitag drei Wochen lang fürs Publikum geöffnet ist, wird zeigen, wie der urbane mexikanische Stil beim Publikum ankommt. Genug Ware, so erzählt es Simona, haben die Designer jedenfalls mitgebracht. Und auch auf der Premium sind sie präsent zwecks Etablierung neuer Handelsbeziehungen.

- Mehr zur Berliner Fashion Week in unserem Blog.

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