Mode macht keinen Urlaub : Asiatische Designer trotzen dem Sommerloch

Im August hat die Mode Pause. Fast. Schließlich finden jetzt die Modewochen in Sri Lanka, Malaysia und Indien statt. Viel bekommt man in Europa von den asiatischen Modewochen jedoch nicht mit.

Manuel Almeida Vergara
Ganz schön traditionell: Look von Jyotsna Tiwari auf der "Indian Bridal Fashion Week".
Ganz schön traditionell: Look von Jyotsna Tiwari auf der "Indian Bridal Fashion Week".Foto: AFP / Hussain

Freie Terminkalender und leere Champagnerflöten: Auch die Mode steckt knietief im Sommerloch! Bevor es im September wieder richtig rund geht, sind Pariser Ateliers und Mailänder Agenturen weitgehend nicht besetzt, namhafte Größen der internationalen Szene lassen sich irgendwo zwischen Bora Bora und den Hamptons die Sonne auf den Pelz scheinen. Im August hat die Mode Urlaub. Aber so ganz stimmt das nicht: Während es Europa und die Vereinigten Staaten in der Mitte des Jahres ganz ruhig angehen lassen, wird in Asien voll aufgedreht. Ganz nach dem Motto "it’s always fashion week somewhere" reihen sich im August die Modewochen von Sri Lanka, Malaysia und Indien aneinander.

Sri Lanka will sich mit Bikinis und Badeanzügen an die Modespitze drängeln.

In Sri Lanka soll sich bald alles um den Bikini drehen. Hier ein Modell des Designers Buddhi Batiks.
In Sri Lanka soll sich bald alles um den Bikini drehen. Hier ein Modell des Designers Buddhi Batiks.Foto: AFP / Kodikara

Viel bekommt man davon in der westlichen Modewelt allerdings nicht unbedingt mit. Dabei gibt es beispielsweise die "Colombo Fashion Week" bereits seit dreizehn Jahren. 2003 wurde die Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, um Modemarken aus Sri Lanka auf die Sprünge zu helfen. Damit gehört die Modewoche zu drei asiatischen Formaten, die bereits seit über zehn Jahren bestehen. Genau wie die Fashion Weeks etwa in Paris, Mailand oder auch Berlin, findet die Colombo Fashion Week zu den beiden Saisons im Frühjahr und im Herbst statt. Ganz unter sich bleiben die Designer aus Sri Lanka dabei nicht: Auch Modemacher aus benachbarten Staaten, etwa aus Pakistan oder Bangladesch, zeigen auf der Modewoche in Sri Lanka. Und da Paris die Haute Couture, Mailand das perfekte Material und Berlin die Streetwear haben, braucht auch Colombo sein stilistisches Aushängeschild: Als eine Art dritte Saison fand Anfang August die "Colombo Fashion Week Swim" statt, die Sri Lanka zu einer Art Hot-Spot für Bademode machen soll. Das dürfte zumindest der Konkurrenz in Brasilien nicht schmecken, schließlich wurde bisher das südamerikanische Land stark mit der Swimwear assoziiert.

Die indische Modewoche spezialisiert sich auf den vermeidlich schönsten Tag im Leben.

Reiche Stickereien und ganz viel Glitzer: Mehr Indien geht nicht! Entwurf von Jyotsna Tiwari auf der "Indian Bridal Fashion Week".
Reiche Stickereien und ganz viel Glitzer: Mehr Indien geht nicht! Entwurf von Jyotsna Tiwari auf der "Indian Bridal Fashion Week".Foto: AFP / Hussain

Auch in Indien sucht man nach einer spezialisierten Modeidentität. So fand Anfang August hier die "BMW India Bridal Fashion Week" statt. Und das in beeindruckender Größe: Anders als internationale Modelle reist die indische Brautmoden-Woche nämlich durch sieben Städte. BMW ist das zweite mal im Sponsoren-Boot. Für den deutschen Automobilhersteller dürfte das ein interessantes Engagement sein, schließlich sind viele andere Fashion Weeks, wie die in Berlin und bis vor Kurzem auch in New York, fest in der Hand des größten Konkurrenten Mercedes. Auch Volkswagen lässt sich nicht lumpen und unterstützt die Modewoche in Kuala Lumpur.

Bereits mehr als 80 Designer und eine Veranstaltung für muslimische Mode auf der dritten "Kuala Lumpur Fashion Week".

Das sieht man auf europäischen Laufstegen nicht: Kuala Lumpur hat eine Veranstaltung eigens für muslimische Modemacher.
Das sieht man auf europäischen Laufstegen nicht: Kuala Lumpur hat eine Veranstaltung eigens für muslimische Modemacher.Foto: DPA / Ismail

Das Format ging am Mittwoch zwar erst in seine dritte Runde und kann doch bereits mit Schauen von mehr als 80 Designern aufwarten. Auch hier soll die fünftägige Veranstaltung mehr internationale Aufmerksamkeit für Mode aus Malaysia gewinnen. Und das scheint zu klappen: Laut Veranstalter waren letztes Jahr mehr als 100.000 Pressevertreter und Einkäufer auf der "Kuala Lumpur Fashion Week" unterwegs. Das möchte der Initiator Andrew Tan dieses Jahr selbstredend noch toppen und hat neben Modemachern aus dem eigenen Land auch Designer aus China, Singapur und Indonesien geladen. Ferner ist auch das "Islamic Fashion Festival" Teil der Modewoche in Malaysia, eine Veranstaltung speziell für muslimische Modemacher und ihre Entwürfe.

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